Neue Behandlung gegen Krebs

Foto: Prof. Matthias Weckesser (links) u. Dr. Michael Köhler

Die beteiligten Ärzte zeigen am Bild-
schirm, wo die SIRT-Behandlung im
Gewebe aktiv wird; © ukm

Die SIRT ist eine nuklearmedizinische Behandlungsform von bösartigen Tumoren in der Leber, bei der mittels eines kleinen Katheters Millionen kleine radioaktive Kügelchen in das Tumorgewebe der Leber geleitet werden.

"Im Gegensatz zur herkömmlichen Bestrahlung von außen lässt die SIRT eine punktgenaue Bestrahlung des Tumors direkt in der Leber zu. Die Tumorzellen werden so effektiv zerstört und umliegendes gesundes Gewebe geschont", erläutert Professor Walter Heindel, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie am UKM, die Vorteile der neuen Methode. Er und sein Team arbeiten dabei eng mit den Kollegen der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin zusammen. "Die SIRT erfordert das Wissen und die Erfahrung beider Fachrichtungen", betont Doktor Michael Köhler, der die erste SIRT am UKM gemeinsam mit Professor Matthias Weckesser aus der Nuklearmedizin erfolgreich durchführte.

Eine Selektive Interne Radio-Therapie ist eine viel versprechende Option für Patienten, bei denen herkömmliche Behandlungsmöglichkeiten wie Chemotherapie, Bestrahlungen oder eine Operation nicht wirksam oder möglich waren. "Ziel der Behandlung ist die Durchblutung des Tumors zu stoppen und so im Idealfall eine Verkleinerung zu erreichen", erklärt Köhler.

Seit 2003 ist die SIRT-Behandlung in Europa zugelassen, weltweit wurden weit über tausend Patienten mit diesem Verfahren behandelt. "Wir haben bereits Anfragen für weitere Eingriffe", beschreibt Heindel den Bedarf nach der innovativen Therapie. Nach der Premiere wollen er und sein Team die Selektive Interne Radio-Therapie in Zukunft in Münster fest etablieren und unterstreichen damit die exzellente Krankenversorgung des UKM im Bereich der Tumormedizin weit über die Region hinaus.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Münster