Neue Bestrahlungsmethode in vier Dimensionen

Wegbereiter der 4D-Bestrahlung:
Dr. Dr. Jürgen Debus
© Uni Heidelberg

Bei der Therapie werden nicht nur die räumlichen Dimensionen des kranken Gewebes beachtet; auch den Parameter Zeit berechnen die Experten in den individuellen Bestrahlungsplan ein. So verändert sich beispielsweise die Lage eines Lungentumors mit jedem Ein- und Ausatmen des Patienten. Die Position eines Prostatatumors hängt davon ab, wie stark Darm und Blase gefüllt sind.

In Kooperation mit Professor Dr. Wolfgang Schlegel des Deutschen Krebsforschungszentrums, Heidelberg, und Partnern aus der Industrie ist es Professor Dr. Dr. Jürgen Debus, dem Ärztlichen Direktor der Abteilung für Radioonkologie und Strahlentherapie des Universitätsklinikums Heidelberg, gelungen, ein neuartiges Bestrahlungsverfahren zu entwickeln, das eine vierdimensionale Strahlentherapie erlaubt.

Für die computergestützte Bestrahlungsplanung werden mit einem Computertomographen der neuesten Generation Bilddaten von der zu bestrahlenden Körperregion erstellt. Durch die Entwicklung entsprechender Software ist es nunmehr möglich, die atembedingten Verlagerungen von Organen mit der Zeit zu erfassen.

Anhand dieser Aufnahmen können die Experten die zeitabhängige Position des Tumors beobachten und den Bestrahlungsplan an die Veränderungen anpassen. Das Verfahren wird daher auch adaptive Strahlentherapie genannt. So wird das umliegende gesunde Gewebe besser geschont und eine Bestrahlung von Krebszellen mit höherer Dosis möglich.

Für die Entwicklung dieser neuen Therapieform wurde Professor Debus mit dem Innovationspreis der Deutschen Hochschulmedizin ausgezeichnet.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg