Neue Bildverfahren können Krebs im Frühstadium erkennen

"Die Rolle, die Bild-Methoden für Einblicke in lebende Organismen auf Zellebene in der modernen Medizin spielen, kann gar nicht überschätzt werden", sagt Prof. Werner Kaiser vom Jenaer Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. "Dadurch können wir viele Krankheiten schon in einem sehr frühen Stadium entdecken", so der Mediziner, "und das mit nicht-invasiven Verfahren, also ohne den Patienten zu belasten". Denn dank der molekularen Bildgebung in Form der schonenden MRT und Ultraschallmethoden können Tumoren ohne Biopsie und Strahlung entdeckt und behandelt werden.

Die Magnetresonanz-Methoden benötigen für ihre Arbeit die Unterstützung durch Kontrastmittel. Doch durch die Diagnostik anhand von Krankheits-Markern kann beispielsweise Arthritis schon in einem Frühstadium identifiziert werden. Die Jenaer Radiologen haben dafür ein spezielles Kontrastmittel entwickelt, mit dessen Hilfe Makrophagen markiert werden, die die an Arthritis erkrankten Knochen und Knorpel besiedeln. Durch Messung der markierten Makrophagen können nun Krankheitsprozesse erheblich früher als mit bisherigen Verfahren mit hoher Sicherheit dargestellt werden.

Auch Krebszellen lassen sich mithilfe der molekularen Bildgebung früher erkennen und besser behandeln. So haben die Jenaer auch einen bei Brustkrebs aktiven Antikörper gefunden, aus dessen Vorhandensein sich bereits in einem frühen Stadium auf eine besonders aggressive Brust-Tumor-Art schließen lässt, die auch eine frühzeitig verstärkte Therapie erfordert.

"Nur gemeinsam können wir diesem wichtigen Gebiet der medizinischen Diagnostik entscheidende Impulse vermitteln", weiß Dr. Ingrid Hilger von Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Jena überzeugt. "Es ist uns daher ein wichtiges Anliegen, Wissenschaftler aller Disziplinen zusammenzuführen und eine enge Zusammenarbeit anzuregen".

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena