Neue Biomaterialien für die Medizin

Materialwissenschaftler und Biomediziner aus fünf europäischen Staaten arbeiten gemeinsam an neuen nanostrukturierten Materialien, die geschädigtes Körpergewebe ersetzen sollen. Acht universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen sind neben der koordinierenden Universität Minho, Portugal, an dem Vorhaben beteiligt, darunter auch das Institut für Pharmazie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU).

"Die Idee ist, auf der Basis von Polysacchariden neuartige, biologisch abbaubare Werkstoffe herzustellen, die geschädigte Körpergewebe ersetzen können", erklärt MLU-Professor Thomas Groth vom Institutsbereich "Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie". Über die nächsten vier Jahre wird Professor Groths Arbeitsgruppe "Biomedizinische Materialien" aus den EU-Mitteln mit mehr als 450.000 Euro unterstützt. Ziel der beteiligten Wissenschaftler aus den Materialwissenschaften und der Biomedizin ist es, bereits Prototypen von Implantaten herzustellen, die in der Zukunft im Bereich der regenerativen Medizin eingesetzt werden können.

Polysaccharide haben vielfältige Funktionen im Körper und sind deshalb für die Herstellung bioverträglicher Materialien besonders interessant. Im Rahmen des Projektes sollen chemische Verfahren mit nanotechnologischen Prozessen kombiniert werden, um neuartige Werkstoffe für medizinische Zwecke zu entwickeln.

Die Arbeitsgruppe Biomedizinische Materialien beschäftigt sich insbesondere mit der Anwendung von nanotechnologischen Verfahren zur Verbesserung der Bioverträglichkeit von Materialien. "Find and Bind" wird im Rahmen des europäischen Forschungsförderungsprogramms "Nanotechnologie, Manufacturing and New Production Processes - 2009" von der EU gefördert.

MEDICA.de; Quelle: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg