Neue Diagnosemöglichkeit

Ultraschall, Computer- und Magnetresonanztomografie sind Methoden, bei denen die Antwort des körpereigenen Gewebes auf eine spezielle äußere Anregung abgebildet wird. Bei MPI hingegen, das Wissenschaftler am Institut für Medizintechnik der Uni Lübeck entwickeln, wird die räumliche Verteilung der eingesetzten Substanzen dargestellt: Die Nanopartikel selbst sind es, deren Anwesenheit im Körper ermittelt wird.

Entscheidend für das neue Verfahren sind die nicht-linearen Magnetisierungseigenschaften der Nanopartikel. Die Magnetisierung dieser kleinsten Teilchen erfährt durch ein magnetisches Wechselfeld eine Änderung. Findet diese unter gewissen Voraussetzungen statt, kann aus dem resultierenden Signal geschlossen werden, dass Nanopartikel anwesend sind. Bringt man die Nanopartikel hingegen durch ein Selektionsfeld in Sättigung, folgt dem Wechselfeld keine nennenswerte Änderung der Magnetisierung.

Bei dem neuen Verfahren wird das Selektionsfeld so gewählt, dass an einer einzigen Stelle des untersuchten Körpers ein feldfreier Punkt entsteht. An dieser Stelle kann selektiv gemessen werden, ob und wie viele Nanopartikel vorhanden sind. Indem der feldfreie Punkt auf speziellen Bahnen kontinuierlich über den Körper bewegt wird, lässt sich das gesamte Untersuchungsvolumen abscannen.

Weil die Lübecker Wissenschaftler künftig magnetische Nanopartikel selbst herstellen wollen, werden sie zunächst ein spezielles Nanopartikel- Spektrometer entwickeln, mit dessen Hilfe sich die physikalischen Eigenschaften der Teilchen überhaupt erst messen lassen. In einem weiteren Teilprojekt wird die Forschungsgruppe ein neuartiges Scannersystem entwerfen und aufbauen, das dann in der Lage sein wird, auch die räumliche Partikelverteilung zu erfassen.

MEDICA.de; Quelle: Innovationsstiftung Schleswig-Holstein