Gabriele Lehmann wurde für eine Studie zu neuen Diagnosemöglichkeiten der verschiedenen Formen der als Folge chronischer Nierenerkrankungen auftretenden Knochenschädigung ausgezeichnet. Die vier Formen der renalen Osteopathie lassen sich bisher durch die Analyse von Knochengewebeproben exakt bestimmen. Um den Patienten den dafür erforderlichen invasiven Eingriff zu ersparen, wird seit langem versucht, Art und Ausmaß dieser Knochenschädigung durch die Analyse des Blutes zu erfassen. Ein dabei regelmäßig untersuchter Parameter im Blut ist die Konzentration des Parathormons, eines für die Knochengesundheit relevanten Hormons.

Eine neue Methode zum Nachweis des Parathormons (PTH) erlaubt nun die exakte Bestimmung des PTH-Spiegels ohne Verfälschungen. Die Jenaer untersuchten, ob diese Methode genauso aussagekräftig ist wie das invasive Verfahren der Gewebeentnahme, um dieses künftig ersetzen zu können. Dafür hat die Osteologie-Spezialistin Lehmann zwei Jahre lang Gewebe- und Blutproben von 132 Nierenpatienten gesammelt, mit beiden Methoden analysiert und die Ergebnisse verglichen. Das Studienergebnis zeigt, dass die neue Bestimmungsmethode für PTH gut und wahrscheinlich genauer als die bisher eingesetzte Bestimmungsmethode für PTH zwischen Osteopathieformen mit gesteigertem oder vermindertem Knochenumbau unterscheiden kann - eine Differenzierung, aus der man Schlussfolgerungen für eine Behandlung ableiten kann.

"Auf lange Sicht könnte so Patienten mit Nierenerkrankungen die Entnahme von Knochengewebe aus dem Beckenknochen erspart werden", beschreibt Dr. Lehmann die langfristig möglichen Konsequenzen aus der Jenaer Studie. "Gleichzeitig könnte künftig dadurch auch frühzeitig eine präzise Diagnose einer Knochenschädigung gestellt werden".

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena