12.10.2007

Weinmann Geräte für Medizin GmbH & Co. KG

Neue Diagnosestandards bei schlafbezogenen Atmungsstörungen

(Stockholm) – Für die Diagnose schlafbezogener Atmungsstörungen ist der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) nach wie vor „Goldstandard“. Mit ihm werden die Anzahl von Atemstillständen und Perioden mit deutlich verringerter Atemtiefe bei Patienten mit obstruktiven und zentralen Schlafapnoen ge-messen. Neuerdings wird aber vermehrt nach Parametern gesucht, die die Sichtweise, wie schlaf-bezogene Atmungsstörungen analysiert werden sollten, erweitern.
Mit Unterstützung der Hamburger Medizingerätefirma Weinmann arbeitet ein von Prof. Dr. Jan Hedner und PD Dr. Ludger Grote (Sahlgrenska Universitätsklinik, Göteborg) geleitetes Team an der Entwicklung eines neuen Konzepts, dem Autonomic State Indicator Concept – ASIC: „Mit diesem Projekt möchten wir die Dia-gnostik schlafbezogener Atmungsstörungen und die Abschätzung des damit verbundenen kardiovaskulären Risikos optimieren“, erläutert Prof. Hedner bei einer Pressekonferenz anlässlich des Kongresses der Euro-pean Respiratory Society in Stockholm. „Wir nutzen dabei die Pulswellenamplitude, die uns eine Vielzahl von Informationen liefern kann.“
So werde man in Zukunft voraussichtlich in der Lage sein, viel differenziertere Risikoabschätzungen vor-zunehmen und genauere Prognosen hinsichtlich der kardiovaskulären Morbidität durch obstruktive schlaf-bezogene Atmungsstörungen zu machen. Diese Diagnosemethode werde eine schnelle Identifikation von Patienten mit hohem kardiovaskulären Risiko ermöglichen, und könnte darum insbesondere für Patienten mit Herzinsuffizienz und schlafbezogenen Atmungsstörungen, wie der Cheyne-Stokes-Atmung, besondere Bedeutung erlangen, da sich verschiedene Parameter viel einfacher, besser und aussagekräftiger messen lassen.
„Diese Methode berücksichtigt, dass schlafbezogene Atmungsstörungen systemische Erkrankungen sind, die man auch systemisch betrachten sollte. Lediglich die Anzahl und Dauer von Atemstillständen zu zählen, wird unserer Betrachtungsweise und der Komplexität der Erkrankungen heutzutage nicht mehr gerecht“, erklärt Prof. Hedner.