Neue Empfehlungen aus Expertenhand

Neue Therapieempfehlungen zum
Wohle der Kopfschmerzpatienten
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Zusammen mit anderen kurzdauernden und einseitigen Schmerzattacken bildet der Clusterkopfschmerz darüber hinaus seit einiger Zeit als "trigemino-autonome Kopfschmerzen" (TAK) eine neu definierte Gruppe von Kopfschmerzformen.

Alle Kopfschmerzsyndrome der neuen Gruppierung TAK haben mindestens zwei Gemeinsamkeiten: Die Attacken dauern nur kurze Zeit und gehen mit Beschwerden wie heftiges Tränen, stark laufender oder verstopfter Nase oder Lidschwellung einher. Zu den TAKs zählen der episodische und der chronische Cluster-Kopfschmerz.

Ebenfalls zu der TAK-Gruppe gehören der anfallsartige einseitige Kopfschmerz (paroxysmale Hemikranie), sowie das sogenannte SUNCT-Syndrom. Hierbei handelt es sich um extrem kurz andauernde und häufige Schmerzattacken im Einzugsbereich eines Gesichtsnervs.

Die Deutsche Kopfschmerz- und Migränegesellschaft hat ihre bisherigen Empfehlungen einer kritischen Prüfung unterzogen. Die neuen Empfehlungen beruhen ausschließlich auf Daten, die nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin (EBM) überprüfbar sind. Jede therapeutische Option wird nach EBM-Kriterien beurteilt. Zum Clusterkopfschmerz und den anderen TAKs liegen bislang allerdings nur wenige gute Studie vor, da die Erkrankungen sehr selten sind.

Vor einer Selbstbehandlung warnen die Kopfschmerzexperten. Weil die Schmerzen von sehr kurzer Dauer sind, setzt die Wirkung von Tabletten nicht rechtzeitig ein. Die Spezialisten empfehlen daher das Inhalieren von reinem Sauerstoff über eine Gesichtsmaske. Die Behandlung ist nebenwirkungsfrei und wirkt bei sechs von zehn Patienten.

Eine weitere Option ist das Einträufeln des Lokalanästhetikums Lidocain in die Nase. In Deutschland ist nur ein einziges Medikament für die Behandlung des Clusterkopfschmerzes zugelassen: das Sumatriptan zur Selbstinjektion.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG)