Die Überarbeitung sei nötig geworden, weil sich seit der letzten Aktualisierung der Leitlinie die kardiovaskulären Risikofaktoren im Kindesalter und auch das Ernährungsverhalten veränderten, so schreiben die Autoren der Leitlinie. In die Überarbeitung flossen die neusten Erkenntnisse zur Primärprävention kardiovaskulärer Schäden ein. Hintergrund dieser Richtlinie ist natürlich auch, dass Übergewicht in den USA selbst bei Kindern immer häufiger wird. Und das, obwohl der Anteil an gesättigten Fettsäuren und Cholesterin in der Nahrung relativ abgenommen hat. Die Gesamtaufnahme von Kalorien dagegen nahm zu.

Viele der Empfehlungen haben sich nicht verändert. So fordern die Autoren weiterhin, die Menge an gesättigten Fettsäuren in der Nahrung zu begrenzen und viel Früchte, Gemüse und Vollkornprodukte zu sich zu nehmen. Etwas liberaler als ihre Vorgängerin ist die neue Leitlinie dagegen in Sachen ungesättigte Fettsäuren. Die Experten möchten damit sicherstellen, dass die Kinder genügend Omega-3-Fettsäuren zu sich nehmen. Außerdem legt die Überarbeitung noch mehr Wert auf mikronährstoffreiche Nahrungsmittel und Ballaststoffe.

Kinder über zwei Jahre müssen sich ausreichend bewegen, mindestens 60 Minuten am Tag. Auf den kindlichen Esstisch sollten Gemüse und Obst und fettreduzierte Produkte wie Margarine anstatt Butter. Die Experten empfehlen fettreduzierte Milch: Bei Einjährigen darf die Milch etwa zwei Prozent Fett enthalten. Außerdem raten sie von gezuckerten und stark gesalzenen Nahrungsmitteln ab. Fisch sollte bei nahezu jeder Mahlzeit dabei sein, schreiben die Fachleute. Diese Empfehlung gilt jedoch nicht für bestimmte Fischsorten wie einige Makrelenarten, die möglicherweise zu stark mit Quecksilber kontaminiert sind.

MEDICA.de; Quelle: Circulation 2005, Vol. 112, S. 2061-2075