Einer Klinischen Kooperationsgruppe des GSF-Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit unter der Leitung von Marion Frankenberger zufolge spielen Makrophagen in den Lungenalveolen eine zentrale Rolle bei der COPD (chronic obstructive pulmonary disease).

Auf dem Weg vom Knochenmark ins Blut differenzieren sich diese Zellen über myelomonozytäre Vorläufer zu den Monozyten, die ins Gewebe auswandern und ab diesem Schritt als Makrophage bezeichnet werden.

Bei der lichtmikroskopischen Betrachtung der Leukozytenpopulationen fällt auf, dass bei den COPD-Patienten bis zu 84% der Zellen Neutrophile sind, und die Makrophagen nur einen Anteil von 15% ausmachen, so die Wissenschaftler. Bei Gesunden läge der Anteil an Neutrophilen bei 36%, der Anteil der Makrophagen bei 60%.

Den Wissenschaftlern sei es nun gelungen, unter den Zellen im induzierten Sputum von COPD-Patienten eine neue Population von Makrophagen zu definieren, die kleiner als die bisher gesehenen Makrophagen sind. Die Forscher bezeichnen diese Population daher als "kleine Sputummakrophagen". Laut des Forschungsberichts macht diese Population in Kontrollspendern mit nur 7% einen geringen Anteil der Makrophagen aus, wohingegen sie in COPD-Patienten auf bis zu 90% aller Makrophagen während eines Schubes ansteigen kann.

Die kleinen Sputummakrophagen stellten damit die Hauptpopulation dar und könnten zur Unterscheidung zwischen COPD und Asthma beitragen, da sie bei Asthmapatienten gegenüber den Kontrollspendern nur geringfügig erhöht seien, so die Wissenschaftler.

Es sei möglich, dass den kleinen Sputummakrophagen eine zentrale Beteiligung in der Pathogenese der COPD zukommt. Die Zellen wiesen Merkmale von stark aktivierten inflammatorischen Zellen auf und könnten daher bei der Entzündung der Atemwege bei der COPD eine entscheidende Rolle spielen.

MEDICA.de; Quelle: GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit