Neue Erkenntnisse über Zell-Postboten

"Logistikzentrum" Golgi-Apparat
© Max-Planck-Institut

Die Forschungsarbeiten am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden konzentrierten sich auf die Transportvorgänge innerhalb des Golgi-Apparates der Zelle. In diesem Reaktionsraum werden zum einen Zellprodukte stufenweise chemisch abgewandelt, andererseits eine Vielzahl anderer Moleküle zu den verschiedensten Bereichen in der Zelle gelenkt, so die Forscher.

Um zu gewährleisten, dass diese Produkte den richtigen Weg einschlagen und bei der Verteilung in verschiedene Richtungen kein Chaos eintritt, muss der Transport durch "Postboten" koordiniert sein. Das sind laut der Max-Planck-Forscher die so genannten COPI-Vesikel.

Die Dresdner nahmen zwei molekulare Kandidaten ins Visier, um die Funktion der COPI-Vesikel näher zu beleuchten: die Proteine p115 und CASP. Ob diese Rezeptoren genauso spezifisch wie Name und Adresse eines Postempfängers und damit eindeutig vom Postzusteller zu identifizieren sind, sollte im einem entsprechenden Testverfahren geklärt werden.

Die Forscher koppelten die Proteine jeweils separat an eine Glasoberfläche, in diesem Fall an Objektträger, und konnten auf diese Weise mit jedem der beiden Proteine Subpopulationen von Vesikeln quasi herausfischen, die sich hinsichtlich ihrer zu befördernden Fracht klar voneinander unterschieden. Darüber hinaus konnten die Forscher beweisen, dass eine der identifizierten Subpopulationen das rückläufige Recycling von Enzymen aus dem Golgi-Apparat vermittelt.

Viele wichtige Funktionen von Zellen, angefangen von der Aufrechterhaltung der spezifischen Zusammensetzung von Membrankompartimenten bis hin zur Reizübertragung durch Nervenzellen würden durch diesen zielgerichteten vesikulären Transport vermittelt, so die Wissenschaftler.

MEDICA.de; Quelle: Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik