Neue Errungenschaften für molekulare Bildgebung

Auf der Suche nach tumoreigenen
Proteinen für Radiopharmaka
© NCI Visuals Online

Um krankhafte Prozesse im Körper im Tomographen sichtbar zu machen, müssen Wissenschaftler Moleküle entwickeln, die sich am Krankheitsherd anreichern und dort Strahlen aussenden. So ist es möglich, Ort und Ausmaß der Erkrankung zu bestimmen. Für die Entwicklung dieser molekularen Pfadfinder, so genannte Tracer oder Radiopharmaka, müssen die Moleküldesigner nicht nur die Chemie verstehen, sondern auch die klinische Situation sehr gut kennen.

Bislang kreierten die Forscher hauptsächlich Moleküle, die sich in bereits bekannten und häufig vorkommenden biochemischen Prozessen im Körper anreichern. Da diese Prozesse in krankhaft veränderten Zellen wie beispielsweise Krebszellen besonders aktiv sind, ist ein Rückschluss auf Ort und Ausmaß der Erkrankung möglich. Allerdings sind die Ergebnisse sehr unspezifisch.

Daher sind die Wissenschaftler nun dazu übergegangen, nach Prozessen oder einzelnen Proteinen zu fahnden, die fast nur im Tumor und nur selten im umliegenden Gewebe vorkommen.

Haben die Wissenschaftler ein solches spezifisches Protein aufgespürt, entwickeln sie im Labor das dafür passende Radiopharmakon. Dieses wird anschließend mit einer gesundheitlich verträglichen radioaktiven Markierung versehen und in den Körper, beispielsweise eines Tumorpatienten, injiziert. Dort lagert sich das Radiopharmakon hochselektiv an die Proteine an. Mit geeigneten Tomographen, wie PET oder SPECT, können die Nuklearmediziner anschließend die Verteilung der Radiopharmaka messen: Der Tumor und seine Metastasen werden sichtbar. Solche "Aktivitätslandkarten" können dem Strahlentherapeuten oder Chirurgen wichtige Hinweise für die optimale Therapie liefern.

MEDICA.de; Quelle: Technische Universität München