Die Osteoarthritis ist die häufigste Form der Arthritis. In Großbritannien sollen bis zu 40 Prozent aller Menschen über 65 Jahre von einer Osteoarthritis in Knie oder Hüftgelenk betroffen sein. Obwohl diese Erkrankung also sehr häufig ist, wird sie von verschiedenen Ärzten unterschiedlich behandelt. Dies liegt auch daran, dass sich Wissenschaftler über die optimale Behandlung noch nicht einig sind. Vor diesem Hintergrund hat die „Osteoarthritis Research Society International (OARSI)“ nun Empfehlungen für die Behandlung der Osteoarthritis herausgegeben. Alle Aussagen sind mit dem Grad ihrer wissenschaftlichen Beweisbarkeit versehen. Wichtige Aussagen dieser Empfehlungen sind:

Die optimale Behandlung der Osteoarthritis von Hüftgelenk und Knie umfasst pharmakologische und nichtpharmakologische Behandlungsoptionen. Zu Beginn der Erkrankung sollte der Schwerpunkt darauf liegen, die Patienten dazu zu ermutigen, sich selbst zu helfen. Dazu gehören etwa Schulungen zum Lebensstil, Übungen und gegebenenfalls die Gewichtsreduktion.

Zur Bedeutung der Physiotherapie sind die Befunde nicht eindeutig. Manchen Patienten mag dies helfen, doch die Beweise dafür sind eher dünn. Ähnlich sieht es mit Eisbehandlung oder Akupunktur aus: Es gibt viele Hinweise darauf, dass diese Therapieoptionen nützlich sein können, doch die wissenschaftliche Beweislage ist nicht eindeutig. Nachgewiesen ist allerdings, dass eine Gewichtsreduktion in den allermeisten Fällen hilfreich ist.

Mit Hilfe der transkutanen elektrischen Nervenstimulation können Schmerzen bekämpft werden. Bei der pharmakologischen Behandlung sollte Acetaminophen die Substanz der ersten Wahl sein. Dabei kann man bis zu vier Gramm pro Tag verabreichen, ehe andere Wirkstoffe in Betracht gezogen werden sollten. Glukosamine und Chondroitin können die Beschwerden lindern. Stellt sich innerhalb von sechs Monaten keine Besserung ein, sollten sie jedoch abgesetzt werden.

MEDICA.de; Quelle: Osteoarthritis Cartilage 2008, Vol. 16, S. 137-162