Neue Heilmittel aus der Tiefe des Meeres

Unbekanntes aus dem Ozean
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Die Beiträge der Greifswalder Wissenschaftler um Prof. Ulrike Lindequist vom Institut für Pharmazie und Prof. Frieder Schauer vom Institut für Mikrobiologie konzentrierten sich auf die Suche nach neuen Wirkstoffen aus marinen Organismen. Dazu wurden in Kooperation mit dem Institut für Marine Biotechnologie in Greifswald über 300 Algen, Pilze, Muscheln, Schnecken und Würmer untersucht, aus denen verschiedene Wirkstoffe isoliert und chemisch definiert wurden. Die gewonnenen Substanzen wurden anschließend auf ihre Wirkung gegen Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Pilze, gegen Tumorzellen sowie auf Knochenzellen, Hautzellen und verschiedene Enzyme geprüft.

Die neuen hochaktiven Substanzen aus marinen Organismen wurden daraufhin in Rostock analysiert, nachsynthetisiert und in größeren Mengen hergestellt. In Greifswald erfolgte gleichzeitig die Charakterisierung der Wirkungsmechanismen und die weitere Variierung der Struktur. So konnte auf diesem Weg ein neues, international patentiertes Verfahren entwickelt werden, bei dem Enzyme aus holzzerstörenden Pilzen zum Einsatz kommen. Ein erstes Präparat zur speziellen Anwendung auf der Haut steht kurz vor der Markteinführung.

Darüber hinaus wurde eine neue Technologie zur Herstellung eines biologisch abbaubaren Proteinklebers entwickelt, der dem Klebstoff der Miesmuschel nachempfunden ist. Der Proteinkleber wurde der Natur "abgeschaut", indem ähnliche Proteinanteile, wie sie in den Klebstoffen der Miesmuscheln vorkommen, im Labor nachsynthetisiert wurden. Der neue Proteinkleber soll nach einer Verträglichkeitsprüfung schon bald für das Verheilen von inneren Wunden nach chirurgischen Eingriffen oder von verletzten Knochenteilen eingesetzt werden.

MEDICA.de; Quelle: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald