Neue Hirntumor-Therapien dringend nötig

"Durch diese fachübergreifende Vernetzung arbeiten wir Hand in Hand", erklärte Professor Dr. Michael Weller, Neurologische Klinik der Universität Tübingen bei einer Pressekonferenz in Bonn. "So können wir effizienter und schneller neue klinische Diagnose- und Therapiekonzepte erarbeiten sowie innovative Strategien und Qualitätsstandards entwickeln."

Weller ist Sprecher des Verbundes und Leitender Oberarzt der Abteilung Allgemeine Neurologie der Universitätsklinik Tübingen. Das vorrangige Ziel des Verbundes sei es, die Ergebnisse aus der Gliom-Forschung in neue Behandlungskonzepte umzusetzen, die möglichst bald den Patienten zugute kommen sollen.

Zu den zehn universitären Standorten des Verbundes "Gliome" zählen neben dem Universitätsklinikum Tübingen klinische Arbeitsgruppen an den Universitäten Bochum, Bonn, Dresden, Freiburg, Hamburg und München. Hinzu kommen Referenzzentren für Neuropathologie an den Universitäten Berlin und Düsseldorf sowie das Zentrum zur Datenerfassung und statistischen Auswertung an der Universität Leipzig.

Das Ziel sei es, so Weller weiter, den Krankheitsverlauf besser vorherzusagen und vor allem, eine maßgeschneiderte Therapie anbieten zu können. In weiteren Forschungsansätzen prüften die Wissenschaftler vielversprechende Therapiemöglichkeiten und analysieren das Langzeitüberleben von Hirntumor-Patienten. Darüber würden hinaus sie therapiebedingte Schäden erfassen, die im Laufe der Behandlung auftreten. Die Forscher wollen stark belastende Behandlungen vermeiden und so die Lebensqualität der Betroffenen verbessern. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt den Verbund in einer ersten dreijährigen Förderperiode mit 3,6 Millionen Euro.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Krebshilfe e. V.