Das zeigt eine Studie, die jetzt beim Jahreskongress der "American Society of Colon and Rectal Surgeons" vorgestellt wurde. Diese Implantate, welche gerne mit Herzschrittmachern verglichen werden, senden kontrollierte elektrische Impulse an die Sakralnerven, was sich auf den gesamten Beckenboden und seine Muskeln auswirkt.

An der Studie australischer Wissenschaftler nahmen 70 Patienten (Durchschnittsalter 53 Jahre, hauptsächlich Frauen) mit schwerer Stuhlinkontinenz oder unwillkürlichem Stuhlabgang mindestens einmal pro Woche teil. Randomisiert wurden sie entweder mit dem sakralen Neuromodulator oder supportiver Therapie versorgt. Letztere bestand aus speziellen Übungen zur Stärkung des Beckenbodens und einer Umstellung der Ernährung.

Während der sechsmonatigen Nachbeobachtungszeit konnte in der Kontrollgruppe keiner der Studienteilnehmer über eine nennenswerte Verbesserung seiner Beschwerden berichten. Anders in der Gruppe mit dem Sakralnervenstimulator: Gebessert hatten sich dort sowohl die Beschwerden als auch die Lebensqualität der Patienten. Die Zahl der Inkontinenzepisoden sank in dieser Gruppe von durchschnittlich fünf auf 0,67 pro Woche.

Ebenso sank die Zahl der Inkontinenz-Tage pro Woche von durchschnittlich 4,0 auf 0,5 Tage. Diese Vorteile wurden während des gesamten Nachbeobachtungszeitraumes beobachtet, schwächten sich also nicht ab. Unerwünschte Nebenwirkungen traten unter Sakralnervenstimulation nicht auf.

Vorgestellt wurde auch eine andere Studie, in der Patienten mit Sakralnervenstimulator über 18 Monate hinweg nachverfolgt worden waren. Am meisten profitieren von dieser neuen Methode offenbar Patienten mit Stuhlinkontinenz nach einer operativen Wiederherstellung des Sphinktermuskels. Auch nach Analprolaps oder bei neurologisch bedingter Inkontinenz kann dies helfen.

MEDICA.de; Quelle: American Society of Colon and Rectal Surgeons Annual Meeting 2005, Abstracts S29 and S30