Neue Impfempfehlungen veröffentlicht

Foto: Impfstoff und Spritze

Eine Schutzimpfung ist in vielen
Fällen sinnvoll; © PHIL

Große Bedeutung hat daher die kürzlich verabschiedete "Strategie der Bundesregierung zur Förderung der Kindergesundheit". Darin sind auch Maßnahmen zur Steigerung der Durchimpfung bei Kindern und Jugendlichen vorgesehen.

Einen wichtigen Fortschritt bringt zum Beispiel die neue Kinderuntersuchung "U7a" zwischen dem 34. und 36. Lebensmonat. Damit gibt es zukünftig beim Übergang vom Kleinkind zum Kindergartenkind eine Bewertung des Impfstatus und eine Festlegung des nächsten Impftermins im Vorsorgeheft. Die Kindergesundheitsstudie des Robert Koch-Instituts (KiGGS) hatte gezeigt, dass viele Kinder nicht zeitgerecht geimpft sind. Zum Beispiel waren bei den Kindern im Alter von zwei Jahren nur knapp 60 Prozent zweimal gegen Masern geimpft, laut STIKO-Empfehlung sollte die Masernschutzimpfung mit zwei Dosen bis zum 23. Lebensmonat abgeschlossen sein.

Die aktuellen Empfehlungen hat die STIKO diesmal nur geringfügig modifiziert: So wurden die Gebiete, für die eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)-Impfempfehlung gilt, an die neue im April veröffentlichte FSME-Risikokarte des Robert Koch-Instituts angepasst. Außerdem wird für die Durchführung einer so genannten Riegelungsimpfung gegen die Kinderlähmung (Poliomyelitis) zukünftig ein anderer Impfstoff-Typ empfohlen.

Eine Riegelungsimpfung würde notwendig, wenn das Poliovirus in Deutschland eingeschleppt und hier auf eine zweite Person übertragen würde. Dann soll zukünftig eine Inaktivierte Poliomyelitits-Vakzine verwendet werden. Ein solcher IPV- Impfstoff enthält abgetötete Viren. Im Gegensatz dazu sind im OPV- Impfstoff (Orale Poliomyelitis-Vakzine) abgeschwächte Polioviren enthalten. Der OPV-Impfstoff wurde in Deutschland früher für die Schluckimpfung gegen die Kinderlähmung verwendet.

MEDICA.de; Quelle: Robert Koch-Institut