Das berichtete der Transplantationsmediziner Dr. Federico Aucejo von der Cleveland Clinic in Ohio, USA, auf dem „American Transplant Congress 2008“. Nach Aussagen von Aucejo waren die Daten zum Transplantationserfolg bei stark übergewichtigen Personen bislang inkonsistent.

Verschiedene Transplantationszentren in den USA hatten sich daher in der Vergangenheit mehrfach dazu entschieden, Personen mit starkem Übergewicht keine neue Leber zu transplantieren. Aucejo und seine Arbeitsgruppe analysierten die Daten von 25 übergewichtigen Patienten, deren Body Mass Index (BMI) über 38 kg/m2 lag. 50 normalgewichtige Patienten dienten als Vergleichsgruppe. Ihr BMI lag unter 26 kg/m2.

Alle Patienten erhielten eine orthotope Lebertransplantation und wurden in Bezug auf zahlreiche peri- und postoperative Parameter miteinander verglichen. Dabei zeigte sich, dass die übergewichtigen nur in einem Punkt schlechter abschnitten als die normalgewichtigen Patienten: Bei ihnen dauerte die Operation mit durchschnittlich 631 Minuten signifikant länger als bei den Normalgewichtigen, deren Operation nach durchschnittlich 526 Minuten beendet war (p kleiner 0.003).

In allen anderen Punkten – peri- und postoperative Mortalität, Operationserfolg, Komplikationsraten und anderes – schnitten die Übergewichtigen nicht schlechter ab als die Normalgewichtigen.

Nach der Transplantation zeigte sich, dass einige der deutlich übergewichtigen Transplantat-Empfänger vor der Operation vorwiegend aus medizinischen Gründen übergewichtig gewesen waren: Offenbar hatte der Körper als Folge von Leber- und Nierenschäden massiv Flüssigkeit gespeichert, was den BMI nach oben trieb. Ein hoher BMI alleine darf also keine Kontraindikation für eine Lebertransplantation sein.

MEDICA.de; Quelle: American Transplant Congress 2008 Abstract 309