Wissenschaftler der „American Academy of Neurology (AAN)“ haben zwei Jahre lang die Literatur zu diesem Thema durchsucht. Nur wenige Studien entsprachen den engen Einschlusskriterien. So mussten die Teilnehmer der Studien mindestens 17 Jahre alt sein und einen Glasgow Coma Scale-Wert von höchstens acht haben. Schließlich flossen nur 391 Studien in die neue Leitlinie ein.

Um die Prognose komatöser Patienten nach kardialem Arrest abschätzen zu können, müssen sie eingehend neurologisch untersucht werden. Bestimmte neurologische Gegebenheiten weisen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit darauf hin, dass die Patienten nach einem Monat entweder noch immer im Koma liegen oder gestorben sind beziehungsweise nach sechs Monaten so schwer krank sind, dass sie eine volle Pflege benötigen.

Der stärkste Prädiktor eines solchen ungünstigen Ausgangs sind myoklonale Formen des Status epilepticus innerhalb der ersten 24 Stunden nach einem primären kardiovaskulären Arrest. Auch fehlende pupilläre Reflexe innerhalb der ersten ein bis drei Tage nach kardiopulmonaler Reanimation und fehlende korneale Reflexe deuten auf eine schlechte Prognose hin.

Untersucht haben die Wissenschaftler auch die Rolle der Elektroenzephalographie (EEG) bei der Bewertung der Prognose komatöser Patienten. Leider kamen sie zu keinem klaren Ergebnis. Die Daten, welche einen möglichen Nutzen des EEGs aufzeigen, seien nicht überzeugend genug, schreiben sie.

Auch labormedizinische Untersuchungen können hilfreich sein, so etwa die Bestimmung der neuron-spezifischen Enolase (NSE). Deren Bestimmung sei aber sekundär, schreiben die Autoren der Studie, denn solche spezifischen Tests stehen im Normalfall nicht immer sofort und in standardisierter Qualität zur Verfügung.

MEDICA.de; Quelle: Neurology 2006, Vol. 67, S. 203-210