Die letzte Ausgabe der Leitlinien dieser amerikanischen Fachgesellschaft stammen aus dem Jahre 1995. Seitdem habe sich vieles verändert in Diagnose und Therapie des lokalisierten Prostatakarzinoms, schreiben die Experten. Rund 28.000 wissenschaftliche Publikationen der Jahre 1995 bis Oktober 2005 flossen in die Neuauflage der Leitlinien ein.

Weit weniger Patienten als noch in den 80er Jahren sterben heute an einem Prostatakarzinom. Diese Erkrankung wird in der Regel früher erkannt und Ärzte haben eine breitere Auswahl an Therapieoptionen. Umgekehrt sind heute viele Patienten besser informiert über ihre Erkrankung und bestimmen die Therapie stärker mit.

Vor diesem Hintergrund betont die neue Leitlinie unter anderem, dass der Patient in jedem Falle über die Ergebnisse wichtiger Studien unterrichtet werden sollte. Männer mit einem niedrigen Risiko haben gemäß Leitlinie einen PSA-Spiegel von weniger als 10ng/ml und einen Gleason-Score von weniger als sechs, ein klinisches Stadium von T1c oder T2a und keinen nachweisbaren Lymphknotenbefall oder entfernte Metastasen.

Solche Patienten sollten darüber informiert werden, dass eine radikale Prostatektomie oder höhere Bestrahlungsdosen das Risiko eines Krebsrezidivs stärker senken als das alleinige Abwarten. Die letzte Entscheidung, so sagt die Leitlinie, muss aber beim Patienten liegen. Dies liegt auch daran, dass es bislang keinen Konsens darüber gibt, welche Therapie beim lokalisierten Prostatakarzinom die beste ist.

Bei Hochrisiko-Patienten empfiehlt die Leitlinie der AUA Chemotherapie in Verbindung mit Radiotherapie. Diese Kombination verlängert das Überleben nach Überzeugung der Experten besser als eine Monotherapie.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Urology 2007, Vol. 177, S. 2106-2131