Bis zu den 50er Jahren sank das Alter der ersten Regelblutung bei Mädchen ständig. Seitdem ist es weitgehend konstant geblieben. Allerdings variiert die Menarche international und ist unter anderem vom Ernährungszustand, der Umgebung und anderen Lebensstilfaktoren abhängig. Für Ärzte ist es daher wichtig, zu wissen, was in Bezug auf die erste Regelblutung als "normal" anzusehen ist, um Abweichungen erkennen zu können.

Dabei hilft nun eine Leitlinie der American Academy of Pediatrics (AAP). Unter anderem sagt diese neue Leitlinie:

Die erste Regelblutung bei jungen Mädchen beginnt mit durchschnittlich 12,43 Jahren, das durchschnittliche Zyklusintervall liegt bei 32,2 Tagen innerhalb des ersten Jahres und das Menstruationsintervall kann von 21 bis 45 Tage dauern. Die Dauer der Regelblutung beträgt höchstens sieben Tage.

Zehn Prozent der jungen Mädchen haben bereits im Alter von 11,1 Jahren ihre erste Menstruation, mit 15 Jahren ist die Menstruation dann bei 98 Prozent der Mädchen eingetreten.

Wenn die Mädchen jünger als zwölf Jahre bei ihrer ersten Regelblutung sind, dann bleiben 50 Prozent der Zyklen anovulatorisch. Sind die Mädchen über zwölf Jahre alt bei der Menarche, dann kann es acht bis zehn Jahre dauern, bis die Zyklen regelmäßig ovulatorisch sind. Im dritten Jahr nach der ersten Regelblutung hat sich die Zyklusdauer bei 21 bis 45 Tagen eingependelt, was typisch für erwachsene Frauen ist.

Von einer primären Amenorrhoe spricht man, wenn im Alter von 16 Jahren noch immer keine Regelblutung stattgefunden hat. Eine sekundäre Amenorrhoe liegt vor, wenn sich nach vorheriger Regelblutung eine Pause von mehr als sechs Monaten ergibt. Frühestens nach 90 Tagen sollte dies ärztlich untersucht werden.

Der durchschnittliche Blutverlust während der Menstruation liegt bei 30 mL. Verliert eine Frau mehr als 80 mL, kann es zur Anämie kommen.

MEDICA.de; Quelle: Pediatrics 2006, Vol. 118, S. 2245-2250