Kalzium ist schon seit Jahren eines der Lieblingsthemen der Fach- und Laienpresse, wenn es um Osteoporose geht. Wie viel dieses Mineralstoffes die Menschen zu sich nehmen sollten, war Gegenstand mancher Debatte. Vor allem Frauen sind betroffen, denn Osteoporose trifft in erster Linie dieses Geschlecht.

Verlässliche Daten kommen jetzt von der North American Menopause Society (NAMS). Deren Experten haben in einem "position statement" die verfügbaren Daten zum Thema Kalzium zusammen getragen und damit eine ältere Leitlinie aus dem Jahre 2001 aktualisiert. Damit will die Fachgesellschaft vor allem jenen Ärzten helfen, die sich um peri- und postmenopausale Frauen kümmern. Die Leitlinie sagt unter anderem:

Kalzium kann bei peri- und postmenopausalen Frauen den Verlust an Knochenmasse reduzieren und damit Frakturen vorbeugen. Der Kalziumbedarf steigt in der Menopause. Frauen sollten dann mindestens 1.200 Milligramm täglich zu sich nehmen.

Frauen zwischen 25 und 50 Jahren haben einen täglichen Bedarf von 1.000 Milligramm Kalzium täglich. Bereits drei Tassen Milchprodukte pro Tag decken diesen Bedarf. Damit sinkt auch das Risiko für Kolonkarzinome und Hypertonie leicht.

Falls Frauen keine Milchprodukte vertragen, können sie zu Nahrungssupplementen greifen oder Nahrungsmitteln, die mit Kalzium angereichert sind. Allerdings variiert die Bioverfügbarkeit des Kalziums zwischen verschiedenen Produkten.

Nehmen Frauen mehr als 2.150 Milligramm Kalzium pro Tag zu sich, steigt das Risiko für Nierensteine. Vorbelastete Frauen sollten die empfohlene Dosis daher nicht überschreiten und mit dem Kalzium zugleich auch viel Wasser zu sich nehmen.

Mit dem Kalzium sollte auch 400 IU Vitamin D pro Tag aufgenommen werden, am besten durch Sonneneinstrahlung. Aber auch hier können Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein.

MEDICA.de; Quelle: Menopause 2006, Vol. 13, S. 859-862