Die Entzündung der Nasennebenhöhlen, die Sinusitis, ist eine der häufigsten Erkrankungen überhaupt. Bis zu 16 Prozent der Bevölkerung sollen akut oder chronisch davon betroffen sein. In den USA haben die Fachgesellschaften "American Academy of Allergy, Asthma, and Immunology (AAAAI)" und das "American College of Allergy, Asthma & Immunology (ACAAI)" erstmals im Jahre 1998 Leitlinien für die Diagnose und Behandlung der Sinusitis veröffentlicht.

Diese Leitlinien wurden nun vor dem Hintergrund neuer Erkenntnisse überarbeitet. Die Überarbeitung bietet unter anderem eine verbesserte Definition der Sinusitis sowie Hinweise zur Behandlung und zu Risikofaktoren. Eine akute Sinusitis liegt gemäß Definition dann vor, wenn sich Symptome einer Infektion der oberen Atemwege zeigen, eine purulente Rhinorrhoe hinzu kommt, Geruchsschwäche, verstopfte Nase etc. Die Beschwerden liegen seit höchstens vier Wochen vor. Bei der subakuten Sinusitis bestehen die Beschwerden seit vier bis acht Wochen.

Die chronische Sinusitis zeichnet sich im Prinzip durch ähnliche Beschwerden wie die akute Sinusitis aus. Allerdings sind die Beschwerden von schwankender Qualität, mal stärker, mal schwächer, und dauern seit mindestens acht Wochen an. In der Computertomographie und Magnetresonanztomographie kann man die typischen Befunde erkennen.

Die rekurrierende Sinusitis zeichnet sich dadurch aus, dass die typischen Beschwerden mindestens drei Mal pro Jahr wiederkehren.

Die akute, bakterielle Sinusitis wird primär mit Antibiotika therapiert (zehn bis 14 Tage). Amoxicillin ist Wirkstoff der ersten Wahl, Trimethoprim-Sulfamethoxazol eine wichtige Alternative. Spricht der Patient nicht binnen drei bis fünf Tagen darauf an, kann der Arzt Amoxicillin-Clavulansäure oder Cephalosporine beziehungsweise Makrolide verordnen.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Allergy and Clinical Immunology 2005, Vol. Vol 116, S. 1267-1268