Unter anderem empfehlen die Leitlinien die Gabe eines Aldosteron-Blockers, um die Überlebenschancen und die Morbidität bei Patienten mit Herzinsuffizienz positiv zu beeinflussen. Aldosteron-Blocker werden ergänzend zur gängigen Standardtherapie bei Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz (NYHA Klasse III bzw. IV) oder Herzinsuffizienz nach einem Herzanfall (Myokardinfarkt oder MI) mit systolischer linksventrikulärer Dysfunktion (LVSD) und Zeichen von Herzinsuffizienz oder Diabetes empfohlen.

Die neuen Richtlinien basieren zum Teil auf der "EPHESUS"-Studie (Eplerenone Post-Acute Myocardial Infarction Heart Failure Efficacy and Survival Study), die gezeigt hat, dass die Gabe des selektiven Aldosteron-Blockers Eplerenon zusätzlich zur Standardtherapie bei Herzinfarktpatienten mit Anzeichen von LVSD und Herzinsuffizienz nach einem Herzinfarkt signifikante Überlebens- und Hospitalisierungsvorteile bietet.

Eplerenon hemmt die Wirkung von Aldosteron, einem Hormon, das durch seine schädliche Wirkung auf das Herz, die Blutgefässe und die Nieren zur Entwicklung und Verschlimmerung der Herzinsuffizienz beiträgt. Die neuen ESC Richtlinien berücksichtigen die vielfältigen Belege für die Rolle, die eine Aldosteron-Blockade bei der Verringerung kardiovaskulärer Zwischenfälle spielt. Aldosteron-Blocker wurden vom Richtlinienkomitee als "Klasse I, Beweisniveau B" eingeschätzt und befürwortet. Klasse I bedeutet, dass es Belege für die Heilkraft, Nützlichkeit und Effizienz der Behandlung gibt. Beweisniveau B bedeutet, dass es Belege aus einer großen, randomisierten, klinischen Studie gibt, die den Einsatz des Wirkstoffs unterstützt.

Im Einzelnen empfehlen die Richtlinien die Gabe von Aldosteron-Antagonisten zusätzlich zu ACE-Hemmern, Beta-Blockern und Diuretika bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz und zusätzlich zu ACE-Hemmern und Beta-Blockern bei Herzinsuffizienz nach einem Herzinfarkt mit LVSD und Anzeichen von Herzinsuffizienz oder Diabetes.

MEDICA.de; Quelle: European Society of Cardiology (ESC)