Diese Leitlinie bezieht sich vor allem auf jüngere Menschen mit hohen Fettwerten, die ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko nach sich ziehen. Dazu gehören etwa die familiäre Hypercholesterinämie, der Diabetes mellitus oder eine Familienanamnese kardiovaskulärer Erkrankungen. Die Leitlinie berücksichtigt neuere Studien zur medikamentösen Therapie solcher hohen Fettwerte. Inzwischen weiß man auch, dass arteriosklerotische Erkrankungen bereits im Kindesalter beginnen und damit weit früher, als man bislang glaubte.

Die neuen Leitlinien sagen, dass man bereits Kinder mit cholesterinsenkenden Wirkstoffen aus der Gruppe der Statine behandeln sollte, wenn die entsprechenden Grenzwerte des LDL-Cholesterins überschritten werden. Zur Zeit hat die US-amerikanische „Food and Drug Administration“ (FDA) die Wirkstoffe Lovastatin, Simvastatin, Pravastatin und Atorvastatin für die Behandlung der Hypercholesterinämie im Kindesalter freigegeben.

Darüber hinaus empfiehlt die neue Leitlinie, bei übergewichtigen Kindern immer auch den Cholesterinspiegel zu überwachen. Weitere Komponenten eines möglichen metabolischen Syndroms bedürfen ebenfalls der ärztlichen Aufmerksamkeit. Dazu gehören etwa der Blutdruck, niedrige HDL-Cholesterinwerte und erhöhte Triglyzeride. Außerdem sollte man natürlich versuchen, die Kinder zu einer besseren Ernährung und mehr Bewegung zu motivieren.

Haben die Kinder beziehungsweise Jugendlichen weitere Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen, dann erniedrigt das die Schwelle des LDL-Cholesterinwertes, ab dem man medikamentöse behandeln sollte. Auch der LDL-Cholesterin-Zielwert ist dann niedriger. Zu diesen zusätzlichen Risikofaktoren gehören unter anderem männliches Geschlecht, eine Familienanamnese früher kardiovaskulärer Ereignisse, Übergewicht und Anzeichen eines metabolischen Syndroms.

MEDICA.de; Quelle: Circulation 2007, Publish Ahead Of Print