Die Pneumonie ist eine der häufigsten Komplikationen eines Krankenhausaufenthaltes. Ihre Behandlung kann sehr kompliziert sein. Einerseits muss sie umgehend behandelt werden, andererseits sollten Antibiotika sehr zurückhaltend eingesetzt werden, um Resistenzen vorzubeugen.

Vor diesem Hintergrund hat die ATS ihre Leitlinien von 1996 zur Behandlung von Krankenhaus-Pneumonien überarbeitet und auch die Behandlung jener Pneumonien mit eingeschlossen, die durch Beatmungsgeräte verursacht werden.

Besonderen Nachdruck legt die neue Leitlinie auf die Behandlung von Pneumonien, die durch mehrfach resistente Bakterienstämme von Pseudomonas aeruginosa, Acinetobacter species und Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus ausgelöst werden.

Unter anderem empfiehlt die Leitlinie, bei Patienten mit negativen Kulturen aus dem unteren Respirationstrakt, die in den vergangenen 72 Stunden nicht das Antibiotikum gewechselt haben, diese Therapie zu beenden. Frühzeitig sollte ein angemessenes Breitspektrum-Antibiotikum eingesetzt werden. Wenn bei einer iatrogenen Pneumonie eine Kombinationstherapie eingesetzt werden soll, dann ist zum Beispiel bei Pseudomonas aeruginosa eine fünftätige Behandlung mit Beta-Laktam-Antibiotika in Verbindung mit einem Aminoglykosid zu erwägen.

Der Wirkstoff Linezolid kann eine Alternative zu Vancomycin sein. In manchen Fällen, zum Beispiel bei einer Pneumonie mit Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus unter künstlicher Beatmung ist Linezolid möglicherweise sogar vorzuziehen. Darauf weisen Studiendaten hin, die jedoch noch vorläufig sind.

Bei einer Acinetobacter-Pneumonie unter künstlicher Beatmung kommt der Wirkstoff Colistin in Frage. Bei unkomplizierten Pneumonien kann die Antibiotikatherapie verkürzt werden, wenn die Patienten gut auf eine initial adäquate Behandlung reagiert haben.

MEDICA.de; Quelle: American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine 2005, Vol. 171, S. 388-416