Unter anderem empfehlen die Leitlinien, den Begriff „idiopathischer Husten“ durch „unerklärlichen (unexplained) Husten“ zu ersetzen. Verschiedene Algorithmen erleichtern das diagnostische und therapeutische Vorgehen. Auch der Husten bei pädiatrischen Patienten unter 15 Jahre wird behandelt.

Beim chronischen Husten sollte nach Ansicht der amerikanischen Experten zunächst empirisch ein orales Antihistaminikum der ersten Generation verabreicht werden. Bleibt eine Besserung aus, muss eine Asthmaerkrankung ausgeschlossen werden. Sind bronchoprovokative Tests nicht einsetzbar, hilft unter Umständen der empirische Versuch mit Antiasthmatika. Bessert sich die Lage auch dann nicht, sollte eine nichtasthmatische eosinophile Bronchitis in Betracht gezogen werden.

Für den Raucher empfehlen die Leitlinien intensive Beratung zur Raucherentwöhnung, Anwender eines ACE-Hemmers sollten das Medikament absetzen.

Bei einem vermuteten asthmatischen Husten empfiehlt sich ein Versuch mit inhalativen Kortikoiden und Beta-Agonisten oder Leukotrien-Hemmern, bevor man orale Kortikoide verordnet.

Bei einem chronischen Husten, aber normalem Röntgenbefund und Spirometrie ohne Nachweis einer Hyperreaktivität der Atemwege sollte eine nichtastmatische eosinophile Bronchitis vermutet werden. Gesichert wird die Diagnose durch den Nachweis einer Eosinophilie der Atemwege, entweder im Sputum oder nach Bronchoskopie. Wenn sich der Husten nach Gabe von Kortikosteroiden bessert, ist das ebenfalls ein Hinweis auf eine nichtasthmatische eosinophile Bronchitis.

Therapie erster Wahl beim chronischen Husten als Folge einer nichtasthmatischen eosinophilen Bronchitis sind inhalative Kortikosteroide, wenn kein auslösendes Allergen identifiziert werden kann. Wenden sich die Dinge nicht zum Besseren, muss auf orale Kortikosteroide umgestiegen werden.

MEDICA.de; Quelle: Chest 2006, Vol. 129, S. 1-25