Zwischen 1990 und 1999 stieg in den USA die Zahl der Klinikeinweisungen wegen Herzinsuffizienz von 810.000 auf mehr als eine Million. Dies liegt zum einen an der größeren Zahl älterer Menschen. Zum Zweiten ist die Zahl der Überlebenden nach Herzinfarkt gestiegen. Vor diesem Hintergrund der gestiegenen Bedeutung der Herzinsuffizienz haben die beiden Fachgesellschaften nun ihre Leitlinie überarbeitet, die aus dem Jahre 2001 stammt.

Die aktuelle Leitlinie empfiehlt, die Herzinsuffizienz in drei Stadien A bis D einzuteilen. Demnach sind die Stadien A und B noch nicht durch Herzinsuffizienz-Symptome gekennzeichnet, aber durch Risikofaktoren, welche zu einer Herzinsuffizienz führen könnten. Im Stadium C haben die Patienten dann die typischen Beschwerden wie Dyspnoe und das Stadium D soll schließlich jenes Stadium beschreiben, in dem die Herzinsuffizienz höchsten medizinischen Einsatz wie zum Beispiel eine Herztransplantation erfordert.

In Abhängigkeit vom Stadium empfehlen die Leitlinien ACE-Hemmer in der Therapie, Calcium-Antagonisten oder Aldosteron- beziehungsweise Beta-Blocker. Auch Digoxin steht auf der Liste der möglichen Therapieoptionen.

Im Gegensatz zur Leitlinie von 2001 empfiehlt der überarbeitete Text Unterstützungssysteme für das linke Herz (left ventricular assist devices: LVAD) als permanente Therapie bei geeigneten Patienten mit einer Herzinsuffizienz im Endstadium. Dafür könnten nach Angaben der beiden Fachgesellschaften solche Patienten in Frage kommen, für die eine Transplantation nicht mehr in Frage kommt, bei denen keine medikamentöse Therapie mehr anschlägt und die eine geschätzte Ein-Jahres-Überlebenszeit von weniger als 50 Prozent haben. Solche LVAD, die man früher nur als Übergangslösung bis zur Transplantation einsetzte, wurden kürzlich von der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA als Dauertherapie zugelassen.

MEDICA.de; Quelle: American Heart Association und American College of Cardiology