Doppler-Ultraschall ist die bevorzugte Methode beim Screening auf Karotisstenosen. Die Prävalenz einer asymptomatischen Karotisstenose liegt zwischen zwei und 18 Prozent in der Gesamtbevölkerung. Ist die Arteria carotis externa um mehr als 60 Prozent verengt, kommt eine Endarteriektomie in Frage.

Eine multidisziplinäre Gruppe von Neurologen und Chirurgen hat jetzt neue Leitlinien zum Screening auf eine asymptomatische Karotisstenose entworfen. Diese Leitlinie bezieht sich sowohl auf die Allgemeinbevölkerung als auch auf bestimmte Patientengruppen. Die Fachgesellschaften "American Society of Neuroimaging" und "Society of Vascular and Interventional Neurology" haben diese Leitlinie jetzt veröffentlicht. Unter anderem sagt die Leitlinie:

Es wird nicht empfohlen, die Gesamtbevölkerung zu screenen, da dies zu teuer und auch medizinisch nicht sinnvoll wäre. Allerdings sollten Personen über 65 Jahre mit mindestens drei kardiovaskulären Risikofaktoren untersucht werden. Da bis zu 20 Prozent aller Patienten, die einen koronaren Bypass benötigen, an einer Karotisstenose leiden, sollte auch dieser Personenkreis eine Untersuchung bekommen. Außerdem empfiehlt sich die Untersuchung bei Patienten mit Gefäßbeschwerden.

Karzinome in Kopf und Nacken werden oft mit Radiotherapie behandelt. Auch solche Personen kommen für ein Screening auf Karotisstenose in Frage, allerdings erst etwa zehn Jahre nach der radiologischen Behandlung.

Nach einer Endarteriektomie treten relativ wenige symptomatische Restenosen auf. Daher müssen solche Patienten nicht regelmäßig untersucht werden. Allenfalls sollte man in Erwägung ziehen, die kontralaterale Seite einmal jährlich mit Ultraschall zu untersuchen.

Hat ein Patient retinale Ischämien, dann liegt der Verdacht auf eine Karotisstenose nahe. Schwindel, Synkopen oder ein Tinnitus jedoch sollten nicht unbedingt eine Karotisstenosen-Untersuchung nach sich ziehen.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Neuroimaging 2007, Vol. 17, S. 19-47