Neue Methode erleichtert Diagnostik und Therapie

Die systemische juvenile rheumatische Arthritis, bekannt als Morbus Still, betrifft neben Gelenken auch viele innere Organe. Die sonst typischen Symptome einer rheumatischen Erkrankung fehlen bei ihr aber in den ersten Wochen und Monaten oftmals ganz. Die Patienten klagen über hohes Fieber und starke, generelle Entzündungszeichen, die selbst für erfahrene Ärzte kaum von einer schweren Infektion zu unterscheiden sind. Häufig werden die Betroffenen daher über Wochen erfolglos mit Antibiotika behandelt, bevor die eigentliche Krankheit erkannt und mit der notwendigen entzündungshemmenden Therapie begonnen wird.

Die nun am Institut für Immunologie der Universität Münster unter Leitung von Professor Johannes Roth entwickelte Methode erleichtert die Diagnose wesentlich. Sie basiert auf dem Nachweis bestimmter Arten von Entzündungsproteinen, MRP8 und MRP14. Diese werden von Fresszellen, einer Gruppe von weißen Blutkörperchen, freigesetzt, und in diesem Umfang nur bei einem Auftreten des Morbus Still gefunden. Hierbei handelt es sich aber nicht nur um einen unverwechselbaren "Marker" für diese Krankheit: Vielmehr konnten die Forscher zeigen, dass die Methode auch für die Steuerung der Therapie sehr wertvoll ist.

Kindern, denen nach erfolgreicher Therapie ein Rückfall der Erkrankung droht, weisen schon Monate im Voraus erhöhte Werte bei dem Entzündungsmarker auf. Umgekehrt zeigen Patienten mit lang anhaltender Ruhe der Grunderkrankung normale Werte für MRP8 und MRP14. Aufgrund dieser Erkenntnis lassen sich Medikamente, beispielsweise Cortison, für den einzelnen Patienten wesentlich genauer dosieren und unnötige Verabreichungen vermeiden, was mögliche Nebenwirkungen minimiert.

Neue Ergebnisse weisen darauf hin, dass dieser Anwendungsbereich auch nutzbar ist bei anderen chronisch-entzündlichen Erkrankungen, wie rheumatischen Erkrankungen des Erwachsenen oder entzündlichen Darmerkrankungen.

MEDICA.de; Quelle: Westfälische Wilhelms-Universität Münster