Die bisherigen MR-Bilder können ausschließlich eine ruhende Wirbelsäule in entspannter Lage darstellen. "Aber dann zwickt's meistens auch nicht", weiß Projektleiter Professor Michael Forsting aus Erfahrung, denn er ist Direktor des Instituts für Radiologie und Neuroradiologie am Essener Uni-Klinikum. Die Folge: Patienten fühlten sich bislang oft unverstanden, wenn die Bilder keinen krankhaften Befund zeigten, aber dennoch Schmerzen oder gar neurologische Ausfälle vorhanden waren.

Während man früher oft nur Röntgenaufnahmen machte und eigentlich nur grob die knöchernen Strukturen beurteilen konnte, gibt es seit einigen Jahren die Kernspintomographie, die alles rund um die Wirbelsäule - also Knochen, Bandscheiben, Rückenmark und Nervenwurzeln - perfekt abbildet.

MR-Bilder zeigten bisher die Wirbelsäule nur in Ruhe und bei entspannter Lagerung. Die Untersuchungstechnik ließ bislang nicht zu, dass der Patient sich bewegte. An der Universitätsklinik in Essen wird deshalb eine Methode erprobt, bei der unter maximaler Vor- und Rückwärtsneigung der Halswirbelsäule sogar bewegte Bilder im Kernspintomographen erstellt werden können. "Wir wissen noch nicht genau, wie gut diese neue Methode ist, aber die ersten Eindrücke sind sehr viel versprechend", so Prof. Forsting.

"Selbst für jemanden, der schon seit knapp zwanzig Jahren in der Radiologie und Neuroradiologie tätig ist, ist es faszinierend, erstmals direkt zu sehen, wie die Bandscheiben und andere Elemente der Halswirbelsäule unter der Bewegung ihre Position verändern", so Forsting. Natürlich sei schon lange bekannt, dass gerade die Rückneigung der Halswirbelsäule die Beschwerden des Patienten verschlechtert und auch für das Rückenmark bei bestimmten Erkrankungen nicht ungefährlich ist. Mit der neuen MR-Methode werde es aber vermutlich sehr viel einfacher sein, die Beschwerden des Patienten genau zu lokalisieren.

MEDICA.de; Quelle: Universität Duisburg-Essen