Neue Methode zeigt Risiko für Augenschäden

Foto: Nahaufnahme eines Auges

Neue Methode rettet vielleicht
Sehkraft; © Pixelio.de

Ärzte des Jenaer Universitätsklinikums haben einen Weg gefunden, gefährdete Patienten zu einem sehr viel früheren Zeitpunkt zu erkennen, als es mit der üblichen augenärztlichen Untersuchung der Netzhaut möglich ist. Die Diabetologen haben in einer Studie mit 300 Patienten herausgefunden, das ein in Jena entwickeltes spezielles Verfahren der retinalen Gefäßanalyse schon Vorstufen der Gefäßschädigungen sichtbar werden lässt, die mit großer Wahrscheinlichkeit die Entwicklung späterer Augenschäden ankündigen.

Darin belegt Dr. Alexandra Mandecka, dass es einen Zusammenhang zwischen der Beweglichkeit der Blutgefäße am Augenhintergrund und der Diabetesbedingten Retinopathie gibt. Dazu wurden die feinen Blutgefäße im Auge zehn Sekunden durch ein Spezialgerät Flickerlicht ausgesetzt. Aus den so provozierten schnellen oder verlangsamten Reaktionen der Blutgefäße in Verbindung mit klassischen Augenuntersuchungen haben die Ärzte Rückschlüsse auf den Zusammenhang zwischen den Gefäßreaktionen und Augenschäden durch Blutzucker ziehen können. Für die Patienten sei die Untersuchung völlig unkompliziert und nichtinvasiv. Mit

"Mit dieser dynamischen retinalen Gefäßanalyse messen wir jetzt eine Funktion, und nicht erst eingetretene Gewebezersötrungen", erklärt Prof. Dr. Ulrich Müller die Vorteile der Methode. "Das ermöglicht eine echte Früherkennung - noch bevor das Auge überhaupt geschädigt ist."

Untersucht wurden sowohl Diabetespatienten mit und ohne Retinopathie als auch Gesunde. Bei allen Patienten mit Retinopathie lagen Veränderungen in der Gefäßreaktion vor. "Das Entscheidende ist jedoch: Bereits bei Diabeteserkrankten ohne nachweisbare Augenprobleme ist eine gestörte Gefäßreaktion zu beobachten", betont Augenarzt Dr. Jens Dawczynski. "Diese Patienten müssen wir nun als eine Risikogruppe einstufen, die eine Retinopathie entwickeln könnte".

Bestätigt sich dieser Zusammenhang, sind künftig Aussagen über das Risiko von Augenschäden durch Diabetes bereits fünf bis zehn Jahre früher als bisher möglich. "Dann könnten wir viele Augenerkrankungen verhindern", glaubt Prof. Dr. Ulrich Müller. "

Um dies weiter zu untersuchen, und die Aussagekraft des neuen Verfahrens für das Risiko einer diabetesbedingten Retinopathie zu belegen, werden die Jenaer jetzt in einer folgenden Langzeitstudie 1000 Patienten über zehn Jahre untersuchen.

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena