Neue Methoden der sanften Leberchirurgie

Fachübergreifende Netzwerke
bringen die Forschung voran
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Das Projekt wurde von der Lübecker Universitätsklinik für Chirurgie initiiert, die die Durchführung leitet. Beteiligt sind außerdem die Institute für Robotik und Kognitive Systeme und für Mathematik sowie das Medizinische Laserzentrum Lübeck. In Zusammenarbeit mit Industriepartnern wird ein neuartiger Operationssaal entwickelt und aufgebaut.

Ziel der Forschungsarbeiten ist eine individuell adaptierte Präzisionschirurgie für Weichgewebe. Hierbei werden dreidimensionale Operationsplanungen simuliert und optimal auf das Operationsfeld übertragen. Genauigkeit und Sicherheit insbesondere bei minimal-invasiven Methoden würden dadurch erhöht, so die Forscher.

Von dem neuen Verfahren sollen auch Patienten mit fortgeschrittenen Tumoren zum Beispiel der Leber profitieren, für die bislang eine Operation technisch nicht erfolgversprechend erschien.

Ein Netzwerk aus führenden klinischen Zentren für operative und interventionelle Tumortherapien und Transplantationen gewährleiste ein übergreifendes medizinisches Expertenwissen und sei die Basis für eine breite Akzeptanz.

In dieses therapeutische Modell fließen technische Verfahren aus den Bereichen der medizinischen Navigation und der dreidimensionalen Bildgebung direkt in die intra-operative Anwendung ein, so der Plan des Projekts.

Der modulare Aufbau des Konzepts erlaube die Entwicklung und Erprobung einzelner technischer Komponenten an verschiedenen Standorten. Der FUSION-Operationssaal in Lübeck ist das Zentrum, in dem die Module zusammengeführt und einer umfassenden Evaluation auf Leistungsfähigkeit und Ergonomie unterzogen werden.

Die Wissenschaftler hoffen, dass sich der Modellansatz für ein fachübergreifendes Therapiekonzept der Leber auf andere Organe wie Lunge, Nieren, Pankreas und Gefäße übertragen lässt.

MEDICA.de; Quelle: Universität zu Lübeck