Neue Nachweis-Methode für Stammzellen entwickelt

Stammzellen können allerdings bislang nicht für Therapien genutzt werden, da es bisher nicht möglich war, die Zellen im lebenden Gehirn sichtbar zu machen. An der Uniklinik Köln und am Max-Planck-Institut für neurologische Forschung fanden Wissenschaftler nun jedoch erstmals eine Möglichkeit. Sie liefern damit einen wichtigen Baustein auf dem Weg zur Therapie nach einem Schlaganfall.

Die Arbeitsgruppe um Prof. Michael Schroeter hat in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für neurologische Forschung in Köln eine Methode entwickelt, Stammzellen im lebenden Gehirn mit der Positronen-Emissions-Tomografie (PET) sichtbar zu machen. Die PET ist ein bildgebendes Verfahren, das Schnittbilder des lebenden Körpers erzeugen kann. Für die Darstellung der endogenen Stammzellen im Gehirn wurde die Substanz Fluor-L-thymidin (FLT) eingesetzt. Sie gleicht einem natürlichen Baustein der menschlichen Erbsubstanz, die überall dort verwendet wird, wo Zellteilung stattfindet. Die Forscher konnten dank FLT sowohl den Ort als auch die Menge der im lebenden Gehirn vorhandenen Stammzellen nachweisen. Im Tiermodell konnte so erstmals beobachtet werden, dass nach einem Schlaganfall die Zahl der im Gehirn vorhandenen Stammzellen stark zunimmt. Außerdem konnte ihre Zahl zusätzlich durch Gabe von Medikamenten gesteigert werden.

„Wir wollen versuchen, in Zukunft die positiven Effekte der Stammzellen des Gehirns durch Medikamente zu verstärken, um so die Funktionserholung nach Schlaganfällen zu fördern“, so Prof. Michael Schroeter. „Die FLT-PET-Methode wird heute bereits zum Nachweis von Hirntumoren bei Menschen genutzt. Es besteht deshalb berechtigte Hoffnung, diese Methode des Stammzellnachweises in Zukunft auch beim Menschen anwenden zu können.“

Die Forschungsergebnisse wurden im „Journal of Neuroscience“ veröffentlicht.


MEDICA.de; Quelle: Uniklinik Köln