Neue Nervenzellen im Riechkolben

Mit Pax6 zu mehr Nervenzellen
© GSF-Institut für Stammzell-
forschung

Untersuchungen von Entwicklungsbiologin Prof. Dr. Magdalena Götz vom GSF-Institut für Stammzellforschung und Institut für Physiologie der Ludwig Maximilians-Universität München an erwachsenen Mäusen zeigten, dass der Transkriptionsfaktor Pax6 das Wachstum der Zellen in Schwung bringt.

Der Transkriptionsfaktor Pax6 reguliert die Genexpression und spielt bei der Entwicklung des Gehirns eine wichtige Rolle. Nach der Geburt wird in weiten Bereichen des Vorderhirns kein Pax6 mehr gebildet. "Allerdings konnten wir Pax6 in den neuronalen Vorläuferzellen nachweisen, aus denen die Nervenzellen des Riechkolbens hervorgehen", erzählt Götz, "dies brachte uns auf die Idee, dass Pax6 für die Neubildung von Nervenzellen notwendig sein könnte".

Daher schleuste Götz mit Hilfe viraler Vektoren zusätzliches Pax6 gezielt in die Hirnbereiche ausgewachsener Mäuse ein, in denen sich entsprechende neurale Vorläuferzellen befinden. Tatsächlich steigerte zusätzliches Pax6 die Produktion von Nervenzellen des Riechkolbens. Blockierten die Wissenschaftler den Transkriptionsfaktor, wurde die Zellproduktion eingestellt.

Außerdem zeigte sich, dass Pax6 offensichtlich eine Doppelfunktion hat: wenn sich die neu gebildeten Nervenzellen in einem späteren Stadium weiter entwickeln und unterschiedliche Eigenschaften ausprägen, beeinflusst Pax6, welchen speziellen Botenstoff diese Nervenzellen benutzen, um zu kommunizieren. Bleibt Pax6 in dieser Entwicklungsphase vorhanden, produzieren die Nervenzellen zusätzlich den Botenstoff Dopamin.

"Mit unseren Versuchen konnten wir somit zum ersten Mal zeigen, wie dopaminerge Nervenzellen im erwachsenen Gehirn neu gebildet werden", betont Götz. Da bei Parkinson-Patienten gerade die dopaminergen Nervenzellen absterben, könnte dieser Mechanismus neue Therapiemöglichkeiten eröffnen.

MEDICA.de; Quelle: GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit