Neue Nomenklatur für Blutzellen

Es gibt nunmehr eine neue, verbindliche Nomenklatur für weiße Blutkörperchen, die Leukozyten: Als offizielles Dokument der IUIS (International Union of Immunological Societies) steht sie unter dem Schirm der Weltgesundheitsorganisation WHO und wird dadurch erheblichen Einfluss haben. Die neue Nomenklatur war durch die Entdeckung zweier neuer Leukozytenarten, der CD16-positiven Monozyten und der dendritischen Blutzellen notwendig geworden.

Weiße Blutzellen, die Leukozyten, sind ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Immunsystems. Die Leukozyten sind eine heterogene Zellgruppe, zu der unter anderem die Lymphozyten, Monozyten und Granulozyten zählen. Sie sind seit langem bekannt. 1989 wurde von Professor Ziegler-Heitbrock ein neuer Typ weißer Blutkörperchen beschrieben, die CD16-positiven Monozyten. Auch die dendritischen Zellen im Blut sind erst seit kurzem bekannt. Beide Zellpopulationen wurden in der Folgezeit mit unterschiedlichen Namen belegt, was zur Notwendigkeit der nun eingeführten Nomenklatur führte.

Ziegler-Heitbrock hatte seit 2008 mit Immunologen an der neuen Nomenklatur für die Leukozyten gearbeitet. Um auf dem aktuellen Stand zu bleiben, wird sich das Komitee unter in regelmäßigen Abständen treffen, um durch neue Erkenntnisse notwendige Anpassungen zu diskutieren.


MEDICA.de; Quelle: Helmholtz Zentrum München