Laser: Neue OP-Methode bei Kleinkindern mit Katarakt

25.04.2013
Foto: Professor Dick

Professor Burkhard Dick am Catalys-Femtosekundenlaser; © UK Knapp-
schaftskrankenhaus Bochum

Als erstes Ärzteteam weltweit haben Augenärzte des Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum eine neue Operationsmethode bei Kindern mit einem angeborenen Grauen Star erfolgreich angewandt.

Das Team um Professor Burkhard Dick hat mit dem Catalys-Femtosekundenlaser bislang zwölf Kleinkinder operiert, deren Sehvermögen durch eine Trübung der Augenlinse massiv gefährdet war. Üblicherweise erkranken vor allem Menschen in ihrer zweiten Lebenshälfte am Grauen Star, doch eine Katarakt kann auch angeboren sein. Drei von 10.000 Kindern kommen mit einer getrübten Augenlinse auf die Welt. Damit das betroffene Auge seine volle Sehkraft entwickeln kann, wird versucht, die Kinder so früh wie möglich zu operieren.

Der spezielle Femtosekundenlaser wird bereits seit eineinhalb Jahren in Bochum erfolgreich bei der Katarakt-Operation von Erwachsenen verwendet, wichtige Schnitte des Eingriffs sind sicherer und exakter als bisher per Hand und Skalpell.

Davon profitieren nun die Kleinkinder. Selbst erfahrene Operateure haben oft Probleme, manuell eine kreisrunde Eröffnung der Linsenkapsel zu schaffen, um danach - wie bei der Operation eines erwachsenen Patienten - die getrübte Linse mit Ultraschall zerkleinern und absaugen zu können. Für den computergesteuerten Infrarot-Laser hingegen ist das kein Problem. "Die Präzision dieser Eröffnung der Linsenkapsel, die sogenannte Kapsulotomie," betont Dick, "ist entscheidend für den Erfolg der Operation und damit auch für die Entwicklung der Sehkraft bei diesen Kindern.

Die Brechkraft der Linse wird bei kleinen Kindern zunächst von einer Kontaktlinse übernommen, die in aller Regel sehr gut vertragen wird. Kurz vor der Einschulung, wenn das Auge ausgewachsen ist, kann dann eine moderne Intraokularlinse implantiert werden, die das ganze Leben lang im Auge bleibt. Bei den meisten unserer Patienten erwarte ich ein weitgehend ganz normales Sehvermögen."

Der Femtosekundenlaser schneidet mit einer Spot-Größe von einem Hundertstel Millimeter genauer als jedes mikrochirurgisches Skalpell, das Gewebe wird exakt und schonend geteilt; die Heilung geht nach einem Eingriff mit dem Femtosekundenlaser sehr schnell.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum