Neue OP-Technik bei Zervixkarzinom

Foto: Krebszellen am Gebärmutterhals

Über 6.000 Frauen erkranken pro
Jahr in Deutschland an Gebärmutter-
halskrebs; © NCI Visuals Online

Professor Michael Höckel, Direktor der Universitätsfrauenklinik Leipzig, hat die TMMR-Operation entwickelt. Die Methode basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen bezüglich der Beckenanatomie der Frau sowie der Tumorausbreitung im menschlichen Gewebe. Das lokale Ausbreitungsgebiet des Tumors wird demnach aus der Embryonalentwicklung festgelegt. Folglich breitet sich der Krebs nicht einfach räumlich aus, sondern wächst in den Gewebestrukturen, aus denen er embryonal hervor gegangen ist.

Aus diesem Grund wird die angrenzende Harnblase während der frühen Karzinomausbreitung nicht vom Gebärmutterhalskrebs befallen, obwohl es keine mechanische Trennwand gibt. Auf der anderen Seite kann ein anderes Gewebe vom Tumor durchsetzt werden, obwohl es lokal weiter vom Tumorgeschehen entfernt ist, jedoch derselben embryonalen Struktur angehört. Diese Erkenntnisse wurden durch langfristige Studien bewiesen. Höckel und sein Team entfernen den Gebärmutterhalskrebs nun konsequent in seinen anatomischen Kompartimenten. Es werden dadurch artfremdes Gewebe wie Harnblase, Enddarm und angrenzende Nerven verschont.

Die TMMR-Operation ist den Forschern zufolge aber nicht nur schonender, sondern wegen ihrer Radikalität auch sicherer. Mit einer Heilungsrate von 97 Prozent wird der bisherige Behandlungsstandart übertroffen. Der lag bei 80 bis 85 Prozent. Bei der neuen Operationstechnik wird konsequent das gesamte kranke und für den Befall geeignete Gewebe entfernt, was eine Nachbehandlung durch Strahlentherapie überflüssig macht, sagen die Forscher.

MEDICA.de; Quelle: Universität Leipzig