Die kleinere Operationswunde soll den Patienten eine raschere Rückkehr in ihren Alltag ermöglichen. Dass dies gelingt, haben die Ergebnisse nach Abschluss der gut einjährigen Entwicklungsphase dieser Operationstechnik im Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrum des Klinikums gezeigt.

Um die künstlichen Kniegelenke schonender einsetzen zu können, war es nicht damit getan, einfach weniger Haut-, Muskel- und Sehnenpartien frei zu legen, so die Operateure. Sie mussten einen anderen Zugangsweg zum Inneren des Knies wählen, außerdem bedienten sie sich eines kleinen Kniffes: "Bei der herkömmlichen OP-Methode muss die Kniescheibe weit freigelegt werden, um eine ausreichende Übersicht zu erhalten. Die neue Methode erlaubt es uns dagegen vereinfacht ausgedrückt, die Kniescheibe in geringerem Masse aus ihrem Bett zu verschieben und jeweils nur zur Seite zu rücken, um den Ober- und Unterschenkelknochen wie durch ein verschiebbares Fenster gut erreichen zu können," erklärt der Direktor des Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrums, Professor Dr. Hanns-Peter Scharf.

Allerdings mussten die Fachärzte noch eine andere Herausforderung meistern. Denn je weniger Einblick sie in das geöffnete Knie haben, desto eingeschränkter sind eigentlich ihre Möglichkeiten, das Implantat ganz exakt zu positionieren. Damit dies trotzdem gelingt, setzen sie auf die Unterstützung eines Computers. Dieser berechnet aufgrund vorher durchgeführter Messungen den Einsatz der Instrumente.

Dabei entscheidet der Operateur fortlaufend selbst, ob er die per Computernavigation vorgeschlagenen Schritte vornehmen möchte oder nicht - und bleibt damit in jeder Situation Herr des Verfahrens. Ein spezielles medizintechnisches Gerät erlaubt zudem akkurat einzustellen, wie die Bandführung des künstlichen Gelenkes sein muss. Auch dies sei ein wichtiger Beitrag, um Patienten mit neuem Kniegelenk eine gute Beweglichkeit und eine schnelle Rehabilitation zu ermöglichen.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Mannheim