Neue Patienten-Leitlinie veröffentlicht

Depressive Erkrankungen sind sehr verbreitet. Das Bundesgesundheitsministerium nimmt an, dass etwa vier Millionen Deutsche von einer Depression betroffen sind. Dabei ist die Dunkelziffer hoch: Nach den Ergebnissen einer WHO-Studie werden depressive Erkrankungen in etwa der Hälfte der Fälle nicht diagnostiziert, und selbst die diagnostizierten Fälle werden oft nicht angemessen behandelt. In den vergangenen Jahren haben sich die Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit Depression in Deutschland zwar deutlich verbessert, optimal abgestuft und abgestimmt zwischen haus-, fachärztlicher und psychotherapeutischer Behandlung sind Diagnostik und Therapie aber immer noch nicht.

Die S3-Leitlinie/Nationale Versorgungs-Leitlinie „Unipolare Depression, initiiert von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), die im November 2009 veröffentlicht wurde, schließt diese Lücke. Jetzt ist die Patientenversion erarbeitet worden, die Laien in verständlicher Form die Handlungsempfehlungen für Ärzte vermittelt.

Die Leitlinie wurde von Patientenvertretern erarbeitet. Betreuung und Redaktion erfolgten durch das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ). Während einer öffentlichen Konsultation gingen 30 Kommentare ein, die von den Autoren teilweise berücksichtigt wurden.

Unter www.versorgungsleitlinien.de/patienten/depressioninfo steht die neue, ausführliche Leitlinie bereit.

MEDICA.de; Quelle: Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin