Neue Perspektiven für die Früherkennung

Kontraste durch Lichteinstrahlung
helfen Krebsarten zu identifizieren
© Uni Münster

"Bei unserer Arbeit steht insbesondere die Entwicklung von Kontrastmitteln im Vordergrund, die sehr spezifisch verschiedene Krebsarten anfärben und lediglich über die Einstrahlung von Licht im Nahinfrarot-Bereich sichtbar gemacht werden", erklärt Privatdozent Dr. Christoph Bremer, der am Institut für Klinische Radiologie Münster die Arbeitsgruppe "Molekulare Bildgebung zur Tumordiagnostik" leitet.

"Die Technologie des Fluoreszenz-Tomographen (FMT) erlaubt unserer Arbeitsgruppe, eine dreidimensionale und quantitative Rekonstruktion der Signale neuer Fluoreszenzkontrastmittel und somit eine exakte Beurteilung deren Wirkungsweise", beschreibt Bremer die neuen Möglichkeiten. "Es entsteht im Zeitalter der Entschlüsselung des menschlichen Genoms "Human Genome Projekt" ein dramatischer Wissenszuwachs an molekularen Informationen über Funktion und Dysfunktion des menschlichen Körpers", so Bremer.

Insbesondere auf dem Gebiet der Krebsentstehung sind in den letzten Jahrzehnten viele molekularbiologische Ursachen und Zusammenhänge aufgeklärt worden, was zur Entwicklung neuer Behandlungsansätze geführt hat.

Eine Anwendung der optischen Bildgebung ist für Bremer mittel- bis langfristig am ehesten im Bereich der Brustkrebsdiagnostik denkbar. Erste klinische Daten haben bereits die Machbarkeit einer optischen Schnittbilduntersuchung der Brust mit Hilfe der so genannten Diffusen Optischen Tomographie (DOT) bewiesen.

Aber auch die Untersuchung von Weichteil- oder Lungentumoren ist mit dieser Technologie prinzipiell möglich. Weitere Anwendungen ergeben sich durch eine Kombination dieser Technologie mit endoskopischen oder chirurgischen diagnostischen Verfahren.

MEDICA.de; Quelle: Westfaelische Wilhelms-Universität Münster