Neue Qualifizierungswege für Berufe

Foto: Studenten lernen

Neue Gesundheitsberufe sollen
künftig an Hochschulen ausgebildet
werden;© panthermedia.net/
Viktor Cap

In primärqualifizierenden patientenorientierten Studiengängen sollen künftig zehn bis 20 Prozent eines Ausbildungsjahrgangs mit einem Bachelor-Abschluss zur unmittelbaren Tätigkeit am Patienten befähigt werden. Die neu zu schaffenden Studienplätze sollten stärker als bisher an staatlichen Hochschulen und auch an Universitäten eingerichtet werden.

Mit diesen Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Gesundheitsfachberufe trägt der Wissenschaftsrat künftigen Entwicklungen im Gesundheitssystem Rechnung, das vor großen Herausforderungen steht. So wird vor allem der demographisch-epidemiologische Wandel eine wachsende Zahl multimorbider, chronisch erkrankter und pflegebedürftiger Patienten zur Folge haben. Das heißt: Diese Menschen brauchen künftig nicht nur mehr, sondern auch qualitativ andere Versorgungsleistungen. Neue Möglichkeiten in der Diagnostik, Therapie, Prävention, Rehabilitation und Pflege verstärken die Anforderungen an die Gesundheitsfachberufe in ihrer Komplexität noch zusätzlich. Auf die daraus resultierenden neuen und gestiegenen Qualifikationserfordernisse für viele Berufe der Gesundheitsversorgung muss in der Ausbildung adäquat reagiert werden.

„Um die Qualität der Gesundheitsversorgung zu sichern, wird es immer wichtiger, dass auch Angehörige der Gesundheitsfachberufe vermehrt eigenständig und evidenzbasiert handeln und ihre professionelle Tätigkeit auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnis reflektieren können. Deshalb halten wir es für erforderlich, diejenigen Angehörigen der Gesundheitsfachberufe, die komplexe Aufgaben wahrnehmen, an Hochschulen auszubilden“, erläutert der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Wolfgang Marquardt. „Die dafür notwendigen Mittel müssen bereitgestellt werden.“

Die verschiedenen Gesundheitsfachberufe als eigenständige wissenschaftliche Disziplinen zu etablieren, macht es darüber hinaus auch erforderlich, genuine Forschungsprogrammatiken zu entwickeln und wissenschaftliche Karrierewege zu schaffen. In enger Interaktion mit der Universitätsmedizin und anderen relevanten, an Universitäten angesiedelten Fächern ist dafür die Forschung weiter zu entwickeln.

MEDICA.de; Quelle: Wissenschaftsrat