Bei der Therapie erhalten die Patienten innerhalb einer Woche zweimalig eine Injektion mit monoklonalen Antikörpern zur Vorbehandlung und Absättigung der physiologischen, normalen Bindungsstellen. Hierdurch soll das gesunde Gewebe bestmöglich geschützt werden. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass die radioaktiv markierten Antikörper zur Bindung an die Lymphomzellen zur Verfügung stehen.

Nach der zweiten Injektion der Antikörper wird kurze Zeit später eine Injektion mit radioaktiv angereicherten Antikörpern vorgenommen. Eingesetzt wird das Radionuklid Yttrium-90 mit einer Reichweite von zwei bis drei Millimetern und einer kurzen Halbwertzeit von 64 Stunden. Die radioaktiv markierten Antikörper wurden erst Anfang vergangenen Jahres zur Lymphomtherapie zugelassen.

"Tumorzellen werden gezielt aufgespürt und mit einer hohen Strahlendosis zerstört", erklärt Dr. Dresel das Prinzip der Radioimmuntherapie und versichert: "Durch die kurze Reichweite der radioaktiv markierten Antikörper wird das gesunde Gewebe maximal geschont.“ Es dringe auch so gut wie keine Strahlung nach außen, für Freunde, Angehörige, Verwandte und das Klinikpersonal bestehe keine Gefahr.

Daher kann die Therapie auch ambulant durchgeführt werden. "Unsere Patientin konnte die Klinik bereits nach vier Stunden wieder verlassen", berichtet Dr. Dresel. Mögliche Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen, Hautreizungen oder Atemprobleme traten bei der Behandlung der ersten Bucher Patientin nicht auf.

MEDICA.de; Quelle: Helios-Kliniken Berlin