28.01.2008

Siemens AG, Medical Solutions

Neue Rechenpower vereinfacht Resistenztest für mutierte HIV-Viren

Siemens Healthcare Diagnostics hat die Performance seines Gen-Sequenzierungssystems zur Erkennung mutierter, therapieresistenter HIV-Viren erheblich erhöht. Das System, das aus dem Analysesystem Trugene HIV-1 Genotyping und der Bediensoftware OpenGene-DNA besteht, wird ab sofort vom iMac-OSX-Betriebssystem von Apple unterstützt. Damit können Labors ihre Durchsatzraten steigern und flexibler bei der Untersuchung und Überwachung des Virustyps HIV-1 verfahren. Außerdem vereinfacht das neue Betriebssystem das Datenmanagement, die Systemkonfiguration und die Netzwerkadministration. Die Ergebnisse aus Trugene-HIV-1-Genotyping-Tests geben dem Arzt Hinweise auf diejenigen antiretroviralen Medikamente, die die wahrscheinlich größte Wirkung für die Behandlung der HIV-Infektionen des jeweiligen Patienten erzielen können.

HIV hat eine der höchsten bisher bekannten Mutationsraten. Die Folge: Medikamente verlieren ihre Wirksamkeit. Der Trugene-HIV-1-Genotyping-Test von Siemens Healthcare Diagnostics entschlüsselt das Erbgut des Virus und macht Resistenzen sichtbar. So schafft er die Basis für eine individuelle HIV-Therapie.

Um die Resistenz oder Sensitivität von HIV gegenüber antiretroviralen Substanzen zu ermitteln, verwendet der Test die etablierte Methode der genotypischen Resistenzbestimmung. Labormitarbeiter isolieren dazu aus der Plasmaprobe das Genmaterial des HI-Virus und entschlüsseln Teile davon. Die DNA-Sequenz, die die beiden Schlüsselenzyme des Virus – Protease und Reverse Transkriptase – codiert, liegt dann Baustein für Baustein entziffert vor. Diese Sequenzen werden mit einem Abschnitt des Virenerbguts ohne Mutationen, dem „Goldstandard“, verglichen. Abweichungen in der Reihenfolge der molekularen Buchstaben des Gencodes werden aufgelistet. Eine spezielle Software überprüft dann, ob diese Mutationen bekannt sind und ob sie bereits mit Resistenzen gegen Medikamente in Verbindung gebracht werden können. Das Ergebnis dieser Auswertung ist detailliert im Resistenzreport dargestellt, den der Arzt erhält. Neben den wichtigsten Mutationen sind darauf auch alle HIV-Medikamente genannt. Dieses Dokument liefert dem behandelnden Arzt Anhaltspunkte für den Beginn oder den weiteren Verlauf der Behandlung.

Das Trugene-HIV-1-Genotyping-System mit neuer Oberfläche unter iMac OSX macht dem Anwender die Gen-Sequenzierung leichter als zuvor. Außerdem kann die Datenspeicherung nun flexibel auf CD und USB-Stick erfolgen und Daten demnächst direkt über Internet oder Netzwerkanbindung transferiert werden. Zusätzlich lassen sich Berichtformate und deren Ausdruck an individuelle Bedürfnisse anpassen. Das OSX-basierte System ermöglicht Labors, statt wie bisher höchstens sechs Long-Read-Tower, ab sofort bis zu acht dieser automatischen DNA-Sequenzierer pro Computerstation zu betreiben.

Die Bediensoftware OpenGene-DNA wurde grundlegend erneuert. Sie bietet nun integrierte Hilfefunktionen sowie intuitive Menüsteuerung und lässt sich einfacher bedienen als vorher. Zu den wichtigsten Funktionen von OpenGene gehören eine vollautomatisierte Datenanalyse mittels bidirektionaler Sequenzbestätigung, die Erkennung von primären und sekundären Mutationen und der Vergleich von Sequenzen mit bekannten Mutationen in einer Datenbank.



Siemens Healthcare Diagnostics ist eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich der in-vitro Diagnostik. Siemens Healthcare Diagnostics bietet wesentliche Informationen, die für eine präzise Diagnosestellung, wirksame Therapie und Therapiekontrolle von Patienten notwendig sind. Ein breites Spektrum an leistungsorientierten Systemen mit umfangreichen Parametermenüs in Verbindung mit vielfältigen IT-Lösungen und einem reaktionsschnellen Service unterstützt unsere Kunden bei der Optimierung von Arbeitsabläufen mit dem Ziel, die individuelle Patientenversorgung zu verbessern.
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Siemens Healthcare ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Das Unternehmen versteht sich als medizinischer Lösungsanbieter mit Kernkompetenzen und Innovationsstärke in diagnostischen und therapeutischen Technologien sowie in der Wissensverarbeitung einschließlich Informationstechnologie und Systemintegration. Mit seinen Akquisitionen in der Labordiagnostik wird Siemens Healthcare das erste voll integrierte Diagnostik-Unternehmen, das Bildgebung und Labordiagnostik, Therapielösungen und medizinische Informationstechnologie miteinander verbindet und um Beratungs- und Service-leistungen ergänzt. Siemens Healthcare bietet Lösungen für die gesamte Versorgungskette unter einem Dach – von der Prävention und Früherkennung über die Diagnose bis zur Therapie und Nachsorge. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 49.000 Mitarbeiter und ist in über 130 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2007 (bis 30. September) erzielte Siemens Healthcare einen Umsatz von 9,85 Mrd. € (Umsatz auf pro forma Basis inkl. Dade Behring etwa 11 Mrd. EUR) sowie einen Auftragseingang von 10,27 Mrd. €. Das Ergebnis betrug 1,32 Mrd. €.
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