Neue Risikogene bei Brustkrebs

Foto: Brustkrebszelle

Die Entdeckung der neuen Risiko-
gene könnte die Früherkennung bei
Brustkrebs verbessern; © NCI

Frauen mit einer BRCA2-Mutation erkranken deutlich früher an Brustkrebs, wenn bei ihnen auch das so genannte FGFR2-Gen verändert ist. Außerdem wurde beispielhaft gezeigt, dass FGFR2 mit einem weiteren Risikogen - dem MAP3K1-Gen - in Wechselwirkung tritt und dadurch das Krebsrisiko noch weiter erhöht. Diese Risikogene spielen vermutlich auch bei einem großen Teil der Brustkrebserkrankungen eine Rolle, die nicht vererbt werden - also zufällig auftreten.

Im Gegensatz zu den BRCA-Genen handelt es sich um so genannte niedrig penetrante Risikogene: Sie führen nur bei einem geringen Prozentsatz der betroffenen Mutationsträger zur Krebsentwicklung. Indirekte Hinweise belegen darüber hinaus, dass es weitere Risikogene geben muss, nach denen gegenwärtig intensiv gefahndet wird.

Professor Rita Schmutzler von der Universitätsfrauenklinik Köln hat im Rahmen des Forschungsprojekts die Untersuchungen an 1.500 BRCA-Mutationsträgerinnen durchgeführt. Es zeichnet sich nach ihren Angaben ab, dass eines Tages für jede Frau das individuelle Brustkrebsrisiko bestimmt und darauf basierend eine maßgeschneiderte Prävention angeboten werden könnte. Diese reicht vom Mammographie- Screening ab dem 50. Lebensjahr für alle Frauen ohne krankheitsfördernde Risikogene über eine intensivierte Früherkennung ab dem 40. Lebensjahr bei mittlerem Risiko bis hin zu prophylaktischen Operationen bei hohem Risiko.

Die Höhe des Erkrankungsrisikos richtet sich danach, welche Risikogene verändert sind. Die zunehmende Kenntnis über weitere Risikogene und deren Nachweisbarkeit stellt Ärzte und Betroffene zukünftig vor eine neue Beratungssituation. Denn auch der Umgang mit einem leicht erhöhten Erkrankungsrisiko erfordert eine umfassende Aufklärung und eine individuelle Entscheidung.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Krebshilfe e. V.