Neue Strategien gegen Dickdarmkrebs

Im Fokus der Gießener Arbeitsgruppe stehen sogenannte Matrix-Metalloproteinasen. Das sind Enzyme, die Eiweiße im Gewebe spalten können. Tumorzellen dringen mithilfe von Metalloproteinasen in gesundes Gewebe ein und bilden dort Metastasen. Tumoren des Dickdarms produzieren in großem Maße die Matrix-Metalloproteinase 9. Forschern ist es gelungen, in Bakterien einen Teil der Matrix-Metalloproteinase 9 künstlich herzustellen und aufzureinigen. Diese sogenannte Hämopexindomäne (MMP-9-PEX) hindert Tumorzellen an einer Wanderung ins Gewebe.

Ob dies auch im lebenden Organismus funktioniert und ob MMP-9-PEX noch andere Funktionen hat, soll in dem von der Dr. Mildred Scheel Stiftung für Krebsforschung geförderten Forschungsprojekts analysiert werden. Darüber hinaus wollen die Forscher die Signalwege in den Tumorzellen charakterisieren, die durch die Matrix-Metalloproteinase 9 und deren Teilstücke aktiviert werden. An Zellen von Leukämiepatienten konnte die Arbeitsgruppe bereits zeigen, dass MMP-9-PEX wesentliche Überlebensmechanismen im Zellkern beeinflusst. Die Arbeiten sollen zudem den Effekt von MMP-9-PEX auf die Entstehung von Dickdarm-Tumorzellen im Mausmodell klären und die Entwicklung neuer antitumoraler Strategien ermöglichen.

MEDICA.de; Quelle: Justus-Liebig-Universität Gießen