Neue Therapie mit Exosomen

Winzige Partikel bringen Hoffnung
für Rheumatiker; © Picture Disk

Exosomen sind Zellpartikel weißer Blutkörperchen, die eine wichtige Rolle bei der Regulation des Immunsystems spielen. Bei Gelenkrheuma greifen die Immunzellen die eigenen Gelenkzellen an und zerstören somit das Gelenk, insbesondere den Gelenkknorpel. "Durch Exosomen lernt das Immunsystem, die eigenen Zellen wieder als eigen zu erkennen", sagte Prof. Dr. med. Peter Wehling vom Zentrum für Molekulare Orthopädie.

Wehling behandelte insgesamt 66 überwiegend austherapierte Rheumapatienten verschiedenen Alters mit Exosomen. Die Patienten erhielten eine einmalige Injektion der Exosomen in das rheumatische Gelenk. "Wir haben bei zwei Drittel der Patienten rasche und deutliche Besserungen beobachtet", sagte der Orthopäde, der die Patienten bis zu fünf Jahre lang beobachtet hatte. Die Linderung hielt durchschnittlich drei bis sechs Monate an. Es zeigten sich eine deutliche Verbesserung des Gelenkschmerzes, der Gelenkschwellung sowie ein Rückgang der Entzündungswerte, wie CRP, und eine Normalisierung der Blutsenkung.

"Die Entdeckung der entzündungshemmenden Exosomen war eher zufällig", berichtete Wehling. "Bei einer Rheumastudie, die wir zusammen mit der Harvard-Universität durchführten, beobachteten wir, dass kleine Partikel über das Lymphsystem zwischen den entzündeten Gelenken hin und her reisten und überraschende Wirkungen zeigten. Injizierten wir Zellen zur Therapie in ein Gelenk, ging es dem Gelenk auf der anderen Seite des Körpers ebenfalls besser. Dieses Phänomen passte nicht in das Verständnis über die Entstehung von Rheuma und anderen Immunerkrankungen."

Bei weiteren Forschungen entdeckte die Gruppe die Exosomen und isolierte eine spezielle Form dieser Nanopartikel aus weißen Blutkörperchen, die stark entzündungshemmend wirkten. Tierversuche bei rheumakranken Mäusen belegten die hohe Wirksamkeit der körpereigenen Partikel in der Behandlung von Rheuma.

MEDICA.de; Quelle: Zentrum für Molekulare Orthopädie