Neue Therapie setzt bei Knochenbiologie an

40 Prozent der weiblichen Bevölkerung nach der Menopause leidet an Osteoporose, so die Schätzung. Auch jeder fünfte Mann soll das Risiko für die Erkrankung in sich tragen oder bereits erkrankt sein. Häufig erfahren die Betroffenen erst von ihrer Erkrankung, wenn es bereits zum Knochenbruch gekommen ist. Oft verändert die Diagnose für die Erkrankten das Leben grundlegend. Denn schon kleine Stürze oder alltägliche Bewegungen wie Bücken können zu Knochenbrüchen führen.

Professor Lorenz Hofbauer, Knochen-Experte an der Medizinischen Klinik III des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus: „Der Knochenstoffwechsel sorgt für einen ständigen Umbau innerhalb des Knochengewebes. Altes Knochengewebe wird abgebaut - zuständig dafür sind die Osteoklasten - neues durch die Osteoblasten aufgebaut. In einem gesunden Knochenstoffwechsel besteht ein Gleichgewicht zwischen Ab- und Aufbau.“ Bei der Osteoporose ist dieses Gleichgewicht gestört. Es wird mehr Knochensubstanz abgebaut. Bisherige Therapien, zum Beispiel mit Bisphosphonaten, brachten zwar eine Verbesserung, wiesen jedoch auch Nachteile auf.

„Mit Denosumab haben wir einen monoklonalen Antikörper, der gegen den Stammzellfaktor RANK-Ligand entwickelt wurde und entscheidenden Einfluss auf die Ausreifung der knochenzerstörenden Osteoklasten nimmt. Dieser Antikörper schützt den Knochen gezielt vor dem Abbau von zuviel Substanz“, so Hofbauer

Die Behandlung mit diesem Antikörper ist deutlich erfolgreicher als bisherige Therapien, das konnten die Dresdner inzwischen an mehr als 100 Behandlungen nachweisen. Und sie ist einfacher, denn pro Jahr sind nur zwei subkutane Spritzen notwendig.

Noch im Tiermodell - aber ebenfalls Erfolg versprechend - ist eine andere Antikörpertherapie, an dem das Team gerade arbeitet. „Mit der Sklerostin-Antikörpertherapie konnten wir im Rattenmodell bereits einen Knochenzuwachs von mehr als 50 Prozent innerhalb von 12 Wochen nachweisen“, so Hofbauer. Diese Arbeiten finden im Center for Regenerative Therapies Dresden, CRTD, statt.



MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden