Neue Therapie verdoppelt krankheitsfreie Zeit

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Das Mantelzell-Lymphom (MCL) ist
eine eher seltene Krebserkrankung
des lymphatischen Systems;
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Santalucia

Das Mantelzell-Lymphom (MCL) ist eine eher seltene Krebserkrankung des lymphatischen Systems, bei der sich bösartig veränderte Zellen in den Lymphknoten, dem Knochenmark, der Milz oder im Blut ausbreiten. Die meisten Patienten, die an einem Mantelzell-Lymphom erkranken, sind älter als 60 Jahre.

Aufgrund ihres oft schlechten Gesundheitszustandes können sie sich keiner hochaggressiven Therapie unterziehen. Aktuellen Leitlinien zufolge erhalten ältere Patienten deshalb eine mit dem Antikörper Rituximab kombinierte Chemotherapie (entspricht Immunchemotherapie), mit der das als unheilbar geltende Mantelzell-Lymphom für eine begrenzte, oft nur kurze Dauer zurückgedrängt werden kann.

Mittels einer Erhaltungstherapie versuchen bereits die von der Medizinische Klinik III am Klinikum der Universität München geleiteten „Deutsche Studiengruppe niedrig maligne Lymphome“, die krankheitsfreie Zeit bis zum Wiederauftreten des Mantelzell-Lymphoms auszudehnen. Als wirksam galt bislang der Wirkstoff Interferon-alpha, der allerdings mit starken Nebenwirkungen verbunden ist.

Dass der als besser verträglich geltende Antikörper Rituximab nicht nur eine Alternative zur Interferon-alpha-Gabe darstellt, sondern auch die krankheitsfreie Zeit von MCL-Patienten erheblich verlängern kann, wurde nun in der Endauswertung der MCL-Elderly-Studie des Europäischen Mantelzell-Lymphom Netzwerks eindrucksvoll belegt.

„Diese überzeugenden Daten etablieren einen neuen Therapiestandard beim Mantelzell-Lymphom“, bewertet Professor Martin Dreyling die Ergebnisse. Der Koordinator des Europäischen MCL-Netzwerks, der an der Planung und Durchführung dieser europäischen Studie federführend beteiligt war, meint: „Erstmals gelingt es uns damit, auch bei älteren Patienten eine vormals aggressive Erkrankung in einen eher chronischen Verlauf zu überführen."

316 Patienten, deren Mantelzell-Lymphom durch diese Therapien ganz (= komplette Remission) oder teilweise (= partielle Remission) zurückgedrängt wurde, erhielten anschließend entweder eine Rituximab-Erhaltungstherapie (eine Injektion alle zwei Monate) oder eine Erhaltungstherapie mit Interferon-alpha (eine Injektion pro Woche). Beide Erhaltungstherapien wurden gegeben, bis die Krankheit wieder aktiv wurde.

Obwohl Rituximab gegenwärtig noch nicht für die Erhaltungstherapie beim Mantelzell-Lymphom zugelassen ist, stellt diese Erhaltungstherapie im Anschluss an eine R-CHOP Induktionstherapie einen neuen, gut verträglichen Therapiestandard für ältere MCL-Patienten dar. Neuere Therapiekonzepte werden sich daran messen lassen müssen.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum München