Eine bessere Vernetzung des stationären und ambulanten Sektors, einheitliche Behandlungsstandards sowie eine tiefe und intensive Aufklärung der Ärzte sind notwendig, um die Defizite in der Behandlung chronischer Wunden in Deutschland zu beseitigen.

Das machten Experten der Konferenz "Wundversorgung in der Praxis - Im Spannungsfeld zwischen Kosten und Versorgungsqualität" am 1. Juni 2005 in Kassel deutlich. Die notwendige Vernetzung könne durch Integrierte Versorgungsverträge erreicht werden.

Nikolaus Schmitt von der BARMER-Krankenkasse und Veronika Gerber vom Wundzentrum Aurich stellten hierzu konkrete Modelle vor. Wichtig sei ein ganzheitlicher Therapieansatz von Grunderkrankung und Wundtherapie, so der Facharzt Dr. Martin Lederle.

Bei der Versorgung der rund vier Millionen Patienten mit chronischen Wunden werden noch immer in viel zu geringem Maße die Vorteile der modernen, feuchten Wundversorgungstherapien genutzt. Dabei spiele die Angst der Ärzte vor Regressen aufgrund angeblich teurer Behandlungskosten eine Rolle.

"Diese Angst ist unberechtigt", sagte der Klinikapotheker und Wundexperte Werner Sellmer auf der Konferenz vor über 70 Teilnehmern, davon rund 30 Krankenkassen. Die moderne Wundtherapie führe nicht zu einer Verteuerung, aber auf der anderen Seite zu einer deutlich verbesserten Behandlung, kürzeren Behandlungsdauer und mehr Lebensqualität für den Patienten.

Dr. med. Friedhelm Bartels, Mitglied des Vorstands des Bundesverbandes Medizintechnologie e.V. sprach sich für eine bessere Koordinierung der Schnittstellen zwischen Klinik und ambulantem Bereich aus. Dafür sei es wichtig, die Qualifikation aller Beteiligten zu verbessern, Behandlungsleitlinien zu entwickeln und den Begriff des Wundspezialisten zu definieren. Er appellierte an die zahlreichen Krankenkassenvertreter, gemeinsam mit den Ärzten, Pflegern und Unternehmen "das Thema voran zu bringen".

MEDICA.de; Quelle: Bundesverband Medizintechnologie e.V.